Elektrische Parkbremse

Hier finden Sie nützliches Wissen und wichtige Tipps rund um das Thema elektrische Parkbremse bzw. elektromechanische Feststellbremse bei Fahrzeugen.

Die elektrische Parkbremse setzt sich in immer mehr Fahrzeugmodellen durch. Sie erlaubt neben dem Sichern des Fahrzeugs gegen Wegrollen das Realisieren weiterer Komfortfunktionen. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die Funktionsweise von zwei Systemvarianten vor. Zudem erfahren Sie hier, wie bei einer Störung vorzugehen ist und was Fachleute bei Reparaturarbeiten im Bereich der Radbremse beachten müssen.

Wichtiger Sicherheitshinweis
Die nachfolgenden technischen Informationen und Tipps für die Praxis wurden von HELLA erstellt, um Kfz-Werkstätten in ihrer Arbeit professionell zu unterstützen. Die hier auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen sollen nur von einschlägig ausgebildeten Fachpersonal genutzt werden.

 

ELEKTROMECHANISCHE FESTSTELLBREMSE (EMF): GRUNDLAGEN

Die elektromechanische Feststellbremse (EMF) ist als "elektronische Handbremse" in immer mehr modernen Pkw zu finden. Sie erhöht den Komfort und bietet zahlreiche Zusatzfunktionen.

Beispielhaft betrachten wir hier das System beim BMW 7er (E65) und Audi A8 (4E..).

Aufgaben der elektromechanischen Feststellbremse

Die elektromechanische Feststellbremse hat die Aufgabe, das Fahrzeug im Stillstand gegen unbeabsichtigtes Wegrollen zu sichern. Des Weiteren erfüllt sie die gesetzliche Bestimmung nach einem zweiten, unabhängigen Bremssystem im Fahrzeug und zusätzliche Sicherheits- und Komfortfunktionen.

Unterscheidung

Bei BMW und Audi unterscheiden sich die beiden Systeme grundlegend im Aufbau. Beim Audi A8 wirkt die EMF mittels eines Elektromotors und einer Spindel direkt auf die Bremsbeläge der Hinterachse. Beim BMW werden mittels einer elektromechanischen Stelleinheit die Seilzüge betätigt, die die Duo-Servo-Trommelbremse betätigen.

AUFBAU BEI AUDI: AUFBAU

Der Feststellbremsenmechanismus bei Audi besteht aus einem Gleichstrommotor, einem Taumelscheibengetriebe und einer Spindel. Die Bauteile sind direkt an die hinteren Bremszangen angebaut und ermöglichen die Umwandlung, der Drehbewegung des Motors, in kleine Hubbewegungen des Bremskolbens. Dabei treibt der Gleichstrommotor durch einen Riementrieb das Taumelscheibengetriebe an.

 

Hierbei findet auch die erste Herabsetzung der Antriebsmotordrehzahl statt. Die Drehzahl wird durch die Übersetzung des Riementriebs auf 1:3 reduziert. Durch das Taumelscheibengetriebe, wird die Drehzahl ein weiteres mal herab gesetzt. Am Getriebeausgang ist die Drehzahl um den Faktor 147, zur Antriebsdrehzahl des Gleichstrommotors, abgestuft worden. Durch eine Spindel, die direkt vom Taumelscheibengetriebe angetrieben wird, erfolgt die Umsetzung einer Drehbewegung in eine Hubbewegung.

 

Im Bremskolben befindet sich ein Zylinder, der sich in dem Kolben hin- und herbewegen kann. Damit sich der Zylinder im Kolben nicht drehen kann, ist er an zwei Stellen plangeschliffen. Auf das vordere Ende des Zylinders ist eine Mutter aufgepresst, die sich auf dem Spindelgewinde bewegt, sobald sich die Spindel dreht. Durch einen Hallsensor wird die Anzahl der Umdrehungen des Gleichstrommotors gemessen und an das Steuergerät weitergeleitet, das daraus den Hubweg berechnen kann.

 

Wenn die Feststellbremse betätigt wird, wird durch die Drehbewegung der Spindel die Mutter nach vorne bewegt. Der Zylinder drückt dann, mit dem Bremskolben, die Bremsbeläge an die Bremsscheibe.

 

Wird die Feststellbremse gelöst, wird die Mutter auf der Spindel zurück gedreht und der Bremskolben entlastet. Durch die Rückverformung des Dichtrings, wird wie nach einem normalen Bremsvorgang, der Bremskolben zurückbewegt.

 

Das gesamte System besteht zusätzlich noch aus einem Steuergerät mit integriertem Neigungswinkelsensor, den Kontrolllampen und dem Betätigungsschalter in der Mittelkonsole.

 

Um die Feststellbremse zu aktivieren, wird der Betätigungsschalter gezogen, um die Bremse zu lösen wird der Schalter gedrückt. Die aktivierte Feststellbremse wird durch die Kontrolllampe in der Instrumententafel und dem Betätigungsschalter angezeigt. Eine Besonderheit hierbei ist, dass die Feststellbremse auch bei ausgeschalteter Zündung aktiviert werden kann. Das Lösen ist jedoch nur bei eingeschalteter Zündung möglich.

Funktionen:

Die elektromechanische Feststellbremse erfüllt folgende Funktionen:

  • Parkbremse
  • Dynamische Notbremsfunktion
  • Adaptiver Anfahrassistent
  • Bremsbelagverschleißkontrolle

Die Parkbremse

Wird das Fahrzeug abgestellt und die Parkbremse aktiviert, stellt das System automatisch die erforderliche Spannkraft ein, um ein unbeabsichtigtes Wegrollen zu vermeiden. Wird das Fahrzeug an einer Steigung von mehr als 30 % abgestellt, erfolgt eine Warnung im Instrumentendisplay. Kühlen die Bremsscheiben im Stillstand ab, spannt das Steuergerät die Bremse automatisch nach. Dies geschieht durch ein Simulationsmodell im Steuergerät, über das die momentane Bremsscheibentemperatur ermittelt wird.

Die dynamische Notbremsfunktion

Diese Funktion wird durch die Betätigung des Schalters aktiviert. Dabei entspricht die Funktion des Schalters der eines normalen Handbremshebels. Solange der Schalter betätigt wird, bremst das Fahrzeug ab sobald der Schalter losgelassen wird, wird die Bremsung unterbrochen. Die maximale Verzögerung liegt bei 8 m/s.

Die Abbremsung durch die Feststellbremse erfolgt erst ab Geschwindigkeiten unter 8 km/h. Ist die Geschwindigkeit höher erfolgt die Abbremsung durch das ESP-System, das den Bremsdruck auf alle vier Radbremsen verteilt. Gleichzeitig wird bei betätigtem Gaspedal das Motormoment zurück genommen und die evtl. eingeschaltete Geschwindigkeitsregelanlage ausgeschaltet. Um eine Fehlbedienung (Auslösung durch den Beifahrer) zu vermeiden, wird die Notbremsung deaktiviert, wenn weiter Gas gegeben wird.

Der adaptive Anfahrassistent

Diese Funktion ermöglicht es an Steigungen, ruckfrei und ohne zurück zu rollen, anzufahren. Um den Anfahrassistenten optimal einzusetzen, benötigt das Steuergerät weitere Informationen. Dazu werden über den CAN-Bus Informationen über die eingelegte Fahrstufe, die Gaspedalstellung und das Motormoment sowie den im Steuergerät integrierten Neigungswinkelsensor berücksichtigt. Die Feststellbremse wird in Abhängigkeit dieser Informationen gelöst. Ein Abschalten dieser Funktion durch den Fahrer ist nicht möglich.

Die Bremsbelagverschleißkontrolle

Die Kontrolle der Belagdicke wird in Abständen von ca. 500 km durchgeführt. Dazu muss sich das Fahrzeug im Stillstand befinden, die Parkbremse gelöst und die Zündung ausgeschaltet sein. Das Steuergerät fährt den Bremsbelag aus der Endlage (Nullstellung) gegen die Bremsscheibe. Aus dem vom Hallgeber gemessenen Wert, errechnet das Steuergerät den zurückgelegten Weg des Bremsbelages und daraus die Belagdicke. Bei Fahrzeugen, bei denen die Parkbremse selten benutzt wird, kann die Bremsbelagverschleißkontrolle genauer sein, als bei Fahrzeugen, bei denen die Parkbremse regelmäßig genutzt wird.

AUFBAU BEI BMW: AUFBAU

Der Feststellmechanismus beim BMW 7er wirkt nicht direkt, wie bei Audi, auf die hinteren Bremsbeläge, sondern auf die Duo-Servo-Trommelbremse. Diese befindet sich innerhalb der hinteren Bremsscheiben. Die Betätigungseinheit befindet sich im Kofferraumboden, zwischen der Reserveradmulde und Rückwand, hinter der Rücksitzbank.

Die Betätigungseinheit besteht aus folgenden Bauteilen:

Dem Elektromotor, einer Spindel, der Schlingfeder, dem Waagenbalken, den Seilumlenkscheiben, den Kunststoffzahnrädern und den Seilzügen.

 

Wird die Feststellbremse betätigt, treibt der Elektromotor über die Kunststoffzahnräder die Spindel an. Durch das Gewinde auf der Spindel wird der Waagenbalken, zum rechts/ links Ausgleich, auf der Spindel vor- und zurückbewegt. Je nachdem, ob die Bremse festgestellt oder gelöst werden soll. An dem Waagenbalken sind über Verbindungshebel die Seilscheiben befestigt. In die Seilscheiben werden die Seilzüge für die rechte und linke Seite eingehängt. Bewegt sich der Waagenbalken beim Festziehen der Feststellbremse auf der Spindel, drehen sich die Seilscheiben nach innen und betätigen die Seilzüge, die dann die Duo-Servo-Trommelbremse anziehen.

 

Wird die Feststellbremse gelöst, dreht der Elektromotor die Spindel in die andere Richtung. Der Waagenbalken wird zurück bewegt und die Seilscheiben drehen sich nach außen. Die Seilzüge werden zurück gezogen und die Feststellbremse löst sich. Die Rückstellkraft wird durch die Rückstellfedern in der Duo-Servo-Trommelbremse erreicht.

 

Damit die gesamte Haltekraft der Feststellbremse, im angezogenen Zustand, nicht komplett auf den Kunststoffzahnrädern lastet, ist die Schlingfeder eingebaut. Die Schlingfeder ist auf der Spindel angebracht. Wenn die Feststellbremse festgezogen ist und die Spindel die Halteposition erreicht hat, versucht die Rückstellkraft die Spindel in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. Durch diese entgegengesetzte Drehbewegung werden die ersten Windungen der Schlingfeder nach außen, gegen das sie umgebende Gehäuse gedrückt. Dadurch wird die Spindel in ihrer Position gehalten und die Rückstellkräfte von der Schlingfeder aufgenommen. Wenn die Feststellbremse gelöst wird, wird die Spindel vom Elektromotor angetrieben und nimmt dabei das entgegengesetzte Ende der Schlingfeder mit. Dadurch wird die Feder nach innen gedreht und vom Gehäuse gelöst.

 

Um Korrosion an den Bremstrommeln und den Belägen zu vermeiden und immer eine bestmögliche Wirkung zu erzielen, wird im Fahrbetrieb, vom System eine Einbremsung durchgeführt. Diese Einbremsroutine findet ca. einmal im Monat oder alle 1000 km statt. Der Einbremsvorgang wird vom System automatisch und vom Fahrer unbemerkt durchgeführt. Während des Bremsvorgangs wird die Feststellbremse mit ca. 20% der maximalen Stellkraft betätigt. Der Verschleiß, der durch diesen Bremsvorgang erfolgt ist äußerst gering. Es werden bei ca. 300 Einbremsvorgängen maximal 0,5 mm von den Bremsbelägen abgetragen.

Der BMW 7er verfügt ebenfalls über weitere Funktionen, die den Fahrer in bestimmten Situationen unterstützen.

Dazu gehören:

  • Die Hillholdfunktion, die das Anfahren am Berg unterstützt. Das Fahrzeug wird festgebremst und gelöst, um somit ein Zurückrollen am Berg zu verhindern.
  • Die Autostoppfunktion, die das Fahrzeug zum Beispiel im Stand vor einer Ampel festbremst, um ein Leerlaufkriechen zu verhindern. Dadurch wird der Fahrer entlastet und muss nicht immer die Fußbremse betätigen.


Der Unterschied zu Audi ist, dass diese Funktionen vom DSC (=Dynamische Stabilitäts- Kontrolle) übernommen werden. Die elektromechanische Feststellbremse ist nur bei ausgeschaltetem Motor aktiv.

 

DIE NOTFALLENTRIEGELUNG: PRAXIS-TIPPS

Beide Fahrzeuge verfügen über eine Notfallentriegelung, die es dem Fahrer oder der Werkstatt ermöglichen, bei Ausfall des Systems, die Bremse zu entriegeln.

Im Audi befindet sich dazu im Bordwerkzeug ein spezieller Torxschlüssel. Im Notfall muss das Rad demontiert werden. Mit der einen Seite des Torxschlüssels lässt sich der Elektromotor, komplett mit dem Taumelscheibengetriebe, vom Bremssattel abschrauben. Mit der anderen Seite kann dann die Spindel zurück gedreht werden.

 

Auch bei BMW befindet sich eine Entriegelungsstange im Bordwerkzeug. Diese wird durch ein Führungsrohr, zu einem Zahnrad, in die Stelleinheit geführt. Durch Drehen gegen den Uhrzeigersinn der Entriegelungsstange, mit Hilfe eines Gabelschlüssels und des Schraubendrehergriffs, wird die Bremse gelöst.

 

Wichtig:
Bei fehlender Spannungsversorgung (leere Batterie) kann es sein, dass sich das Fahrzeug, trotz gelöster Bremse, nicht bewegen lässt. In diesem Fall ist die Parksperre des Automatikgetriebes noch eingelegt. Diese kann ebenfalls durch eine Notentriegelung gelöst werden.

 

Dazu im linken Fußraum den Deckel der Notentriegelung öffnen. Durch Ziehen an dem roten Band wird ein Hebel ausgeklappt und verriegelt. Jetzt ist die Parksperre entriegelt.

 

Die elektromechanische Feststellbremse wird nach einer Notentriegelung folgendermaßen wieder in Betrieb genommen:
Das Fahrzeug sollte still stehen und die Zündung muss eingeschaltet sein. Den Schalter für die elektromechanische Feststellbremse dreimal im Abstand von ca. 5 Sekunden betätigen. Das System beginnt mit dem Initialisierungsvorgang. Die Lösestellung wird initialisiert. Dann wird die Bremse angezogen und die Bremsstellung initialisiert. Die Kontrollleuchte im Display leuchtet rot auf. Die Bremse wird gelöst und ist wieder betriebsbereit. Die Kontrollleuchte im Display erlischt.

WARTUNG UND REPARATUR: WERKSTATT-TIPP

Um beim Audi A8 die hinteren Bremsbeläge zu wechseln, ist ein geeignetes Diagnosegerät erforderlich. Bevor die Bremsbeläge ausgebaut werden können, muss durch die Funktion "Grundeinstellung" mit dem Diagnosegerät der Zylinder komplett zurückgefahren werden.

Erst dann ist es möglich den Bremskolben zurückzudrücken. Nach dem Ersetzen der Bremsbeläge wird wieder mit der Funktion "Grundeinstellung" der Zylinder an den Bremskolben gefahren. In der Funktion "Anpassung" wird abschließend die Belagstärke der neuen Bremsbeläge eingegeben.

Bei BMW ist der Bremsbackenwechsel ohne ein Diagnosegerät möglich.

Wichtig

...ist hier, dass nach dem Austausch der Bremsbacken oder der hinteren Bremsscheiben, eine Grundeinstellung erfolgen muss. Dazu muss ein Radbolzen auf jeder Seite herausgeschraubt werden. Das rechte Rad ist so zu drehen, dass das Radbolzengewinde auf der "7 Uhr Stellung" und das linke Rad auf der "5 Uhr Stellung" steht.

Mit einem geeignetem Schraubendreher, ist durch die Bohrung, die Einstellschraube soweit zu drehen, bis sich das Rad nicht mehr drehen lässt. Dann die Einstellschraube 10 Rasten lösen. Den Vorgang auf der anderen Seite ebenfalls durchführen. Die Radbolzen wieder einschrauben und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.

FUNKTIONSPRÜFUNG AUF DEM BREMSENPRÜFSTAND: PRÜFEN

Um die elektromechanische Feststellbremse auf die Bremswirkung zu prüfen, muss es möglich sein, diese auf einem Bremsenprüfstand zu testen.

Der Audi A8 erkennt diese Prüfung selbstständig. Sobald sich die Hinterräder auf dem Prüfstand mit einer konstanten Geschwindigkeit von 3 - 9 km/h drehen, wird nach 3 Sekunden vom Steuergerät der Prüfmodus erkannt. Wichtig ist dabei, dass die Klemme 15 (Zündung) eingeschaltet ist. Das Steuergerät verändert das Schließverhalten der Feststellbremse insoweit, dass mit jedem Betätigen des Schalters, der Kolben ein kleines Stück weiter herausgefahren wird und die Bremse etwas mehr schließt.

Beim BMW 7er kann die Feststellbremse nur bei stehendem Motor und eingeschalteter Zündung geprüft werden. Wird der Schalter betätigt, schließt die Feststellbremse relativ schnell und kann nicht, wie bei einer manuell betätigen Feststellbremse, langsam und kontinuierlich angezogen werden.

Achtung!

Das Fahrzeug kann dabei aus den Prüfrollen herausspringen.

FEHLER AN DER ELEKTRISCHEN PARKBREMSE: FEHLERSUCHE

Treten an der elektromechanischen Feststellbremse Fehler auf, sollte grundsätzlich als Erstes mit der Prüfung auf dem Bremsenprüfstand begonnen werden. Auf dem Prüfstand lässt sich feststellen, ob die Bremsfunktion nur eingeschränkt oder gar nicht gegeben ist. Wird auf dem Prüfstand eine mangelhafte Funktion festgestellt, sollte eine Sichtprüfung durchgeführt werden.

Besonderes Augenmerk gilt dabei den Bremsbelägen / Bremsbacken, den Bremsseilen (BMW) und evtl. vorhandenen Undichtigkeiten (Audi). Sind die Bremsbeläge/Bremsbacken in Ordnung und keine Undichtigkeiten oder Beschädigungen an den Bremsseilen erkennbar, sollte als nächstes die Mechanik überprüft werden.

Wird der Schalter der Parkbremse im Stand bei ausgeschaltetem Motor betätigt, ist der Schließvorgang hörbar. Beim BMW ist es möglich, nach dem Öffnen der Betätigungseinheit, den Schließvorgang zu beobachten. Sind durch die Sichtprüfung und die Prüfung der Mechanik keine Fehler feststellbar, oder werden die Betätigungseinheit / die Stellmotoren nicht angesteuert, ist zur weiteren Prüfung ein geeignetes Diagnosegerät erforderlich.

Mit dem Diagnosegerät kann, wie bei vielen anderen elektrischen Systemen auch, der Fehlerspeicher ausgelesen werden. Je nach Diagnosegerät, lässt sich mit Hilfe der Messwertblöcke (Istwerte) die Funktion/der Schaltzustand einzelner Bauteile darstellen, oder mittels der Stellglieddiagnose können die Bauteile angesteuert und auf ihre Funktion geprüft werden.

Im Falle einer Reparatur sind grundsätzlich die Fahrzeughersteller spezifischen Reparaturanleitungen, Prüfwerte und Anzugsdrehmomente zu beachten. Nach erfolgter Reparatur ist der Fehlerspeicher zu löschen und eine Funktionsprüfung auf dem Bremsenprüfstand durchzuführen.

Wichtiger Hinweis

Die Funktionsprüfung der elektromechanischen Feststellbremse ist nur auf einem Rollenprüfstand möglich. Ein Plattenprüfstand ist hierfür ungeeignet.