Scheinwerferreinigungsanlage

Hier finden Sie nützliches Wissen und wichtige Tipps rund um das Thema Scheinwerferreinigungsanlage.

Scheinwerferreinigungsanlagen verbessern die Sicht bei Dunkelheit und verhindern das Blenden des Gegenverkehrs durch Streulicht. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Scheinwerferreinigungsanlagen aufgebaut sind und funktionieren. Zudem finden Sie hier wertvolle Tipps für den Umgang mit diesen sicherheitsrelevanten Systemen und Hinweise für die Fehlersuche im Störungsfall.

Wichtiger Sicherheitshinweis
Die nachfolgenden technischen Informationen und Tipps für die Praxis wurden von HELLA erstellt, um Kfz-Werkstätten in ihrer Arbeit professionell zu unterstützen. Die hier auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen sollen nur von einschlägig ausgebildeten Fachpersonal genutzt werden.

 

SCHEINWERFERREINIGUNG: WISSENSWERTES

Lichtintensive Scheinwerfer sind durch Schmutz stärker anfällig für Blendung. Daher hat der Gesetzgeber für solche starken Scheinwerfer neben der automatischen Leuchtweitenregelung auch Scheinwerfer-Reinigungsanlagen vorgeschrieben. Für die Reinigung von Scheinwerfern hat sich das Reinigungsprinzip „Strahlwasser“ seit Langem gegen das Prinzip „Wischer“ durchgesetzt.

 

Sauberer Scheinwerfer

  • Maximale Sehweite
  • Keine Blendung

 

Verschmutzter Scheinwerfer

  • Geringere Sehweite
  • Große Blendung

Scheinwerferreinigungsanlage (SRA) AUTO: AUFBAU

Ein komplettes HELLA Reinigungssystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Wirbelkammerdüsen mit unterschiedlichen Wasserverteilungen in stationären oder teleskopartig ausfahrbaren Düsenanlagen
  • Schaltventile/Zentralventil
  • Schlauch-Gruppe mit Stecksystem
  • Wasserbehälter mit Kreiselpumpe
  • Ansteuerung: elektronisches Zeitsteuergerät oder Relais

REINIGUNGSPRINZIP: FUNKTION

Funktion am Beispiel einer Teleskopdüsen-Anlage

Die Reinigungsflüssigkeit wird mit hohem Druck als Tropfenkegel auf die Scheinwerfer-Abschlussscheibe gesprüht. Der Tropfenkegel wird mittels spezieller Wirbelkammerdüsen ausgebildet.

 

In der Regel erfolgt die Ansteuerung der SRA mit der Windschutzscheiben-Reinigungsanlage. Bei jeder Windschutzscheiben-Waschung, die dem Fahrer notwendig erscheint, werden dann auch automatisch die Scheinwerfer gereinigt. Diese Kopplung erfolgt nur, wenn das Licht eingeschaltet ist. Wird die Kreiselpumpe angesteuert, drückt diese das Wasser in einen Zylinder, dessen Kolben mit aufgesetztem Düsenkopf gegen eine Druckfeder herausfährt und die Düsen in Arbeitsposition bringt.

 

Bis zum Erreichen der Arbeitsposition sorgt ein Ventil dafür, dass zunächst nur die Bewegung ausgeführt wird, ohne dass Wasser für die Reinigung aus den Düsen treten kann. Ist die Arbeitsposition erreicht, öffnet das Ventil, und das Wasser sprüht auf die Scheinwerfer. Nach dem Abschalten der Pumpe treibt die Rückholfeder den Kolben wieder in die Ruheposition. Ein Waschimpuls dauert bei stationären Düsen ca. 0,5 s und bei Teleskopdüsen (wegen der Ausfahrzeit) ca. 0,8 s.

TIPPS FÜR DEN UMGANG MIT SCHEINWERFERREINIGUNGSANLAGEN: PRAXIS-TIPPS

Bei einigen Reinigungsmitteln kann es bei übermäßiger Dosierung passieren, dass diese sehr stark schäumen, da dieser Effekt durch die Wirbelkammerdüsen noch verstärkt wird.

 

  • Der Schaum kann längere Zeit auf dem Scheinwerfer haften bleiben, was eine gestörte Lichtverteilung zur Folge hat.
  • Daher sollte immer auf das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Reinigungsmittel geachtet werden.

SCHEINWERFERREINIGUNGSANLAGE DEFEKT: AUSFALLURSACHE

  • Kreiselpumpe läuft nicht
  • Undichter Schlauch
  • Verstopftes oder defektes Ventil
  • Verstopfte Düse
  • Beschädigter Teleskoparm

SCHEINWERFERREINIGUNGSANLAGE PRÜFEN: FEHLERSUCHE

Sollte beim Betätigen der Waschfunktion die Kreiselpumpe nicht laufen (im Normalbetrieb deutlich hörbares Laufgeräusch), ist die Spannungsversorgung inklusive der Sicherung zu überprüfen.

 

Ist der Wasser-Spritzkegel bei funktionierender Pumpe nur einseitig oder sehr schwach, sind folgende Ursachen möglich:

 

Motorpumpe ist eventuell verpolt:
Polung kontrollieren, da Kreiselpumpen in beiden Laufrichtungen arbeiten, nur die hydraulische Leistung ist unterschiedlich.

 

System nicht entlüftet:
System durch mehrfaches Betätigen ohne Pause vollständig entlüften.

 

Schlauch geknickt oder undicht:
Schlauchverlegung prüfen, ggf. ändern. Leckagen abdichten bzw. Schlauch reparieren.

 

Düsen oder Ventile verstopft:
Fremdkörper durch Ausspülen des Systems entfernen.

 

Bauelemente vereist:
Frostschutzmittelanteil erhöhen. Die Bauteile werden durch Einfrieren aber nicht zerstört.

 

Sollte die Reinigungswirkung immer noch nicht optimal sein, ist die Düseneinstellung zu überprüfen und ggf. nach Herstellerangabe einzustellen.

SCHEINWERFERREINIGUNGSANLAGE PFLICHT: VORSCHRIFTEN

FÜR EUROPA SIND DIE HAUPTSÄCHLICHEN ANFORDERUNGEN:
  • Die Reinigungssysteme unterliegen hinsichtlich ihrer Reinigungswirkung einer Typprüfung gemäß ECE-R45.
  • Seit 1996 besteht eine Ausstattungspflicht bei Verwendung von Scheinwerfern mit Gasentladungslampen entsprechend ECE-R48.
  • Wasservorrat für 25 oder 50 Reinigungszyklen (Klasse 25, Klasse 50)
  • Reinigungswirkung von > 70 % an einem bis auf 20 % des ursprünglichen Lichtstroms verschmutzten Scheinwerfer
  • Funktionsfähig bis 130 km/h und von –10 °C bis +35 °C