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Der Ford RS 200: eine Rallye-Legende

07-09-2018

Die Zeit der sogenannten Gruppe B gilt bis heute als die spektakulärste Ära des Rallye-Sports. Die in allen Belangen extremen, bis zu 500 PS starken Allradler begeisterten zwischen 1982 und 1986 die Motorsport-Welt. Eines dieser Gruppe-B-Monster war der Ford RS 200.

Mit dem RS 200 reagierte Ford auf den Allrad-Trend, den Audi 1982 mit dem Quattro auf den Schotterpisten losgetreten hatte. Mit Front- oder Heckantrieb war gegen die 4x4-Dominanz aus Ingolstadt nicht viel zu holen. Den bereits in der Entwicklung befindlichen heckgetriebenen Rallye-Wagen „RS 1700 T“ cancelte Ford kurzfristig, weil man mit dem eingeschlagenen Weg eine nachhaltige Erfolglosigkeit befürchtete. In der Folge arbeiteten die Entwickler fieberhaft an einem Auto, das es mit der Konkurrenz in Gestalt von Audi, Peugeot oder Lancia aufnehmen konnte.

Im September 1985 debütierte der Ford RS 200 getaufte Hoffnungsträger. Bereits seine erste Rallye konnte Fords Gruppe-B-Bolide gewinnen: Bei der nationalen Lindisfarne Rallye in England gewann souverän ein gewisser Malcolm Wilson – heute Besitzer des Rallye-WM-Teams M-Sport.

Obwohl das Ziel einzig und allein lautete, Rallyes zu gewinnen, war der Ford RS 200 eines der schönsten Rallye-Fahrzeuge aller Zeiten. Kein Wunder: Mit dem Karosserie-Design beauftragten die Kölner das Designbüro Ghia. Zusammen mit der Ford-Motorsport-Abteilung im englischen Boreham zeichneten die Italiener ein kompromissloses Sportwagen-Design, das sich von dem Aussehen der anderen Gruppe-B-Autos deutlich unterschied.

Weil die FIA vorschrieb, dass von den Gruppe-B-Autos lediglich 200 straßenzugelassene Serienautos produziert werden mussten, konnten sich die Ingenieure ordentlich austoben. Der englische Motorenhersteller Cosworth entwickelte einen 1,8 Liter großen Vierzylindermotor mit zwei obenliegenden Nockenwellen. Der Turbo-Motor, dessen Zylinderkopf starke Ähnlichkeit mit den Zylinderköpfen der Cosworth-Formel-1-Motoren aufwies, mobilisierte je nach Ladedruck zwischen 374 und 420 PS.

Der Mittelmotor-Renner verfügte über insgesamt drei Sperrdifferentiale. Das Mitteldifferential wurde in unmittelbarer Nähe zum Fünfganggetriebe angebracht. Die beiden anderen an Vorder- und Hinterachse. In der Standard-Einstellung realisierte dieses Set-Up eine Kraftverteilung von 37 Prozent an der Vorderachse und 63 Prozent an der Hinterachse. Zudem konnte das Mitteldifferential vom Cockpit aus verriegelt werden, wodurch der Ford RS 200 sozusagen auf Knopfdruck zur Heckschleuder degradiert werden konnte.

So aufwändig konstruiert und so spektakulär der Wagen war: Seine Motorsport-Karriere währte nicht lang. Nach einigen tragischen Unfällen wurde die Gruppe B mit ihren hochgezüchteten Rallye-Boliden noch im Jahr 1986 eingestellt. Zu schnell und unbeherrschbar waren die Gruppe-B-Monster geworden.

Heute ist die Existenz von rund 140 Ford RS 200 Rallye- und Straßenversionen bekannt. Eines dieser Exemplare ist der Ford RS 200 Gruppe S-Evolution. Bei der Gruppe S handelte es sich um eine neue Klasse, die ursprünglich 1988 die Gruppe B beerben sollte, aber nie realisiert wurde. Der Ford RS 200 Gruppe S-Evolution wurde deshalb von Ford-Chefingenieur John Wheeler in Eigenregie umgesetzt: Zwischen 1987 und 1990 entstand dieses Einzelstück, das heute bei historischen Rallyes eingesetzt wird.

Bildquelle: mikefrison.com