Wie der 77-GHz-Radarsensor arbeitet und warum er für moderne ADAS unverzichtbar ist
Das Wichtigste auf einen Blick
- 77-GHz-Radartechnologie als Schlüssel für ADAS: Moderne Radarsensoren ermöglichen zuverlässige Umfelderfassung für Funktionen wie ACC, automatische Notbremsung, Spurwechsel- und Querverkehrsassistenten – auch bei Regen, Nebel und Dunkelheit.
- Kompakter Aufbau, robuste Technik: Der HELLA 77-GHz-Radarsensor kombiniert RF-CMOS-Technologie, integrierte Signalverarbeitung und Selbstdiagnose in einem widerstandsfähigen Gehäuse für den harten Fahrzeugeinsatz.
- FMCW-Prinzip für präzise Messungen: Dank frequenzmoduliertem Dauerstrichradar werden Entfernung und Relativgeschwindigkeit mehrerer Objekte gleichzeitig hochgenau erfasst.
- Vielseitige Einsatzbereiche: Vom Frontradar über Eckradar bis hin zu Park-, Off-Highway- und autonomen Anwendungen – 77-GHz-Sensoren sind flexibel einsetzbar.
- Diagnose & Kalibrierung entscheidend: Nach Aus- und Einbau, Karosserie- oder Fahrwerksarbeiten ist eine fahrzeugspezifische Kalibrierung über das Diagnosegerät unerlässlich für die sichere Systemfunktion.
Wichtiger Sicherheitshinweis
Die nachfolgenden technischen Informationen und Tipps für die Praxis wurden von HELLA erstellt, um Kfz-Werkstätten in ihrer Arbeit professionell zu unterstützen. Die hier auf dieser Webseite bereitgestellten Informationen sollen nur von einschlägig ausgebildetemFachpersonal genutzt werden.
Einsatz von 77-GHz-Radarsensoren in modernen Fahrerassistenzsystemen
In modernen Fahrzeugarchitekturen kommen Radarsensoren unterschiedlicher Reichweiten zum Einsatz, um verschiedene Fahrerassistenzfunktionen zu realisieren. Kurzstreckenradare (typisch 24 GHz oder 77 GHz mit geringer Antennenöffnung) detektieren Objekte im Nahbereich und unterstützen Parkassistenzsysteme. Mittelstreckenradare übernehmen die Erfassung von Fahrzeugen im seitlichen Umfeld und dienen der Spurwechsel- sowie Querverkehrserkennung. Langstreckenradare mit hoher Reichweite und schmalem Öffnungswinkel ermöglichen Funktionen wie adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) und automatische Notbremsung. Aufgrund ihrer robusten Performance bei Regen, Nebel und Dunkelheit liefern Radarsensoren präzise Messwerte zu Distanz und Relativgeschwindigkeit. Die Integration mit Kamera- und Lidar-Systemen erlaubt eine Sensorfusion basierte Umfeldwahrnehmung für hochautomatisierte Fahrfunktionen.
Frequenzbereiche von Radarsensoren im Kraftfahrzeug
In vielen Kraftfahrzeugen kommen Radarsensoren in verschiedenen Frequenzbereichen zum Einsatz, abhängig von der jeweiligen Anwendung und Reichweite.
Nachfolgend eine Übersicht der Frequenzbereiche und deren typische Anwendungsbereiche:
| Frequenzbereich | Typische Reichweite | Anwendungsbereich |
| 24 GHz (24,05 - 24,25 GHz) | bis ca. 30 m | Einparkhilfe, Totwinkelassistent, |
| 77 GHz (76,0 - 77,0 GHz) | bis ca. 250 m | adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC), Spurwechselassistent, Querverkehrswarnung |
| 77,0 - 81,0 GHz | bis ca. 300 m | Hochauflösende Anwendungen, automatisiertes Fahren, Notbremsung, ACC |
Aufbau und Funktionsweise des HELLA 77-GHz-Radarsensors
Anwendungsbereiche und technische Eigenschaften
Einsatz in ADAS und autonomen Fahrfunktionen
Die HELLA 77-GHz-Radarsensoren sind für den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen konzipiert und bieten eine hochauflösende Erfassungsfähigkeit. Sie sind für den Betrieb in On-Highway- und Off-Highway-Fahrzeugen geeignet und erfüllen, je nach Sensortyp, Schutzklassen wie IP 6K7 und IP X9K.
Typische Einsatzbereiche:
- ADAS (Advanced Driver Assistance Systems): Frontradar für automatische Notbremsung, ACC (Adaptive Cruise Control), Kollisionsvermeidung
- Eckradar: für Totwinkelüberwachung, Spurwechselassistenten, Querverkehrserkennung
- Park- und Rangierhilfen: präzise Hinderniserkennung bei niedrigen Geschwindigkeiten
- Autonome Systeme: Umfeld Sensorik für Navigation und Objektklassifikation
- Sonderfahrzeuge: Land- und Forstmaschinen, Baumaschinen, mobile Roboter
Systemeinbindung und Diagnose
Hinweis zur Kalibrierung von Radarsensoren!
Bei bestimmten Fahrzeugmodellen ist die Halterung des Radarsensors fest ausgelegt und erlaubt keine mechanische Justierung. Stattdessen wird die Feinausrichtung elektronisch über das Diagnosesystem vorgenommen. Dabei wird ein Korrekturwinkel ermittelt und im Steuergerät gespeichert, um die korrekte Funktion sicherzustellen.
Eine Kalibrierung des Radarsensor ist notwendig, wenn:
- Durch Karosseriearbeiten die Einbaulage des Sensors verändert wurde
- Der Radarsensor aus-, eingebaut oder erneuert wurde
- Das Fahrzeugniveau durch eine Fahrwerksänderung oder Reparatur verändert wurde
- Ein Justage Fehler im Fehlerspeicher abgelegt wurde
Wartungs- und Reparaturhinweise
Um eine einwandfreie Funktion der Fahrerassistenzsysteme mit Radarsensoren zu gewährleisten, sollten im Rahmen von Wartung und Reparatur folgende Hinweise beachtet werden:
- Reparatur- und Wartungsarbeiten dürfen nur von geschultem Fachpersonal durchgeführt werden.
- Nach dem Einbau des Radarsensors kann eine fahrzeugspezifische Anpassung über ein geeignetes Diagnosegerät sowie eine Kalibrierung erforderlich sein.
- Stoßfängerverkleidungen dürfen nur unter Einhaltung der vom Fahrzeughersteller vorgegebenen Lackiervorschriften nachlackiert werden.
- Auf den Stoßfängerverkleidungen dürfen keine Aufkleber in den Durchstrahlungsbereich der Radarsensoren angebracht werden.
- Arbeiten am Hybrid-/Elektrofahrzeug dürfen nur durch elektrotechnisch unterwiesene und entsprechend qualifizierte Personen durchgeführt werden.
- Eine unsachgemäße Handhabung kann zu lebensgefährdenden Situationen führen.
In diesem Zusammenhang sind die Aus-, Einbau- und Sicherheitshinweise des jeweiligen Fahrzeugherstellers und die jeweiligen landesspezifischen Gesetze und Verordnungen zu Arbeiten an Hochvoltsystemen zwingend zu beachten!
Weitere Informationen zu dem Thema Wartung und Reparatur von Fahrerassistenzsystemen finden Sie auf folgenden Themenseiten:
Spurwechselassistent | HELLA
Adaptive Cruise Control - Sensor einstellen | HELLA
Hinweis!
Schematische Darstellungen, Bilder und Beschreibungen dienen zur Erklärung und Darstellung des Dokumententextes und können nicht als Grundlage zur fahrzeugspezifischen Reparatur verwendet werden.
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