ADAS und autonomes Fahren: Ein umfassender Überblick für Kfz-Profis

Das Wichtigste auf einen Blick

  • ADAS erhöht Sicherheit & Komfort: Moderne Assistenzsysteme wie Automatische Notbremsfunktion (Autonomous Emergency Braking, AEB), Adaptive Cruise Control (ACC), Spurhalteassistent oder Einparkhilfe unterstützen Fahrer aktiv und sind in vielen Neufahrzeugen bereits gesetzlich vorgeschrieben.
  • Autonomes Fahren hat 5 Automatisierungs-Level: Von Level 0 ohne Assistenz bis Level 5 ohne Fahrer – jedes Level definiert, wie viel Kontrolle das Fahrzeug übernimmt.
  • Sensorfusion ist Schlüsseltechnologie: Kameras, Radar, Lidar, Ultraschall, liefern Daten, die kombiniert werden, um ein präzises Bild der Umgebung zu erzeugen.
  • KI & Cyber Security sind unverzichtbar: KI erkennt Objekte, plant Routen und trifft Entscheidungen, während Cyber Security Fahrzeugdaten und Funktionen schützt.
  • Diagnosegeräte sind zentrale Werkzeuge: Sie ermöglichen Kalibrierung, Fehlersuche, Software-Updates und dokumentieren Wartungsarbeiten – essenziell für zuverlässige ADAS- und autonome Systeme.
1. Einführung in das Thema

Grundlagen und Einordnung moderner Fahrzeugsysteme

Fahrerassistenzsysteme im Überblick

Advanced Driver Assistance Systems (ADAS) und autonomes Fahren sind zwei der spannendsten und innovativsten Entwicklungen in der Automobilindustrie. Für Kfz-Profis bieten sie eine Vielzahl von Möglichkeiten und Herausforderungen. Nachfolgend ein umfassender Überblick über die wichtigsten Aspekte. ADAS umfasst eine Reihe von Technologien, die darauf abzielen, die Sicherheit und den Komfort beim Fahren zu erhöhen. Zu den gängigen ADAS-Fahrerassistenzsystemen gehören:

  • Adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC): Passt die Geschwindigkeit des Fahrzeugs automatisch an den Verkehrsfluss an und hält einen sicheren Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
  • Adaptives Fernlicht (ADB): wechselt automatisch von Fern- auf Abblendlicht, um die momentan für das Fahrzeug erforderliche Ausleuchtung der Fahrbahn zu erzielen.
  • Automatische Notbremsfunktion (AEB): Erkennt potenzielle Kollisionen und bremst das Fahrzeug automatisch ab, um Unfälle zu vermeiden oder deren Schwere zu verringern.
  • Spurhalteassistent (LKA): Unterstützt den Fahrer dabei, das Fahrzeug sicher in der Fahrspur zu halten, indem es bei drohender Spurabweichung sanfte Lenkkorrekturen vornimmt.
  • Spurwechselassistent: Warnt den Fahrer vor Fahrzeugen im toten Winkel, um Spurwechsel sicherer zu machen.
  • Einparkhilfe: Unterstützt beim sicheren Einparken durch Sensoren und Kameras, die Hindernisse erkennen und den Fahrer warnen.

Hinweis:

Gemäß der Verordnung (EU) 2019/2144 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. November 2019 sind seit dem 7. Juli 2024 verschiedene Fahrerassistenzsysteme – darunter Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitswarner und Rückfahrassistent – für alle neu zugelassenen Pkw in der EU verpflichtend vorgeschrieben. Ziel ist die Erhöhung der allgemeinen Fahrzeugsicherheit und der Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer

Autonomes Fahren und Automatisierungslevel

Autonomes Fahren geht einen Schritt weiter und zielt darauf ab, Fahrzeuge zu entwickeln, die ohne menschliches Eingreifen fahren können.

Die Automatisierung wird in folgende Level unterteilt:

  • Level 0: Fahrer hat Verantwortung (Keine Unterstützung).
  • Level 1: Fahrerassistenz (z.B. adaptiver Tempomat).
  • Level 2: Teilautomatisierung (z.B. Spurhalteassistent kombiniert mit adaptivem Tempomat).
  • Level 3: Bedingte Automatisierung (das Fahrzeug kann unter bestimmten Bedingungen selbst fahren, der Fahrer muss jedoch bereit sein, einzugreifen).
  • Level 4: Hohe Automatisierung (das Fahrzeug kann in den meisten Situationen selbst fahren, der Fahrer muss nur in Ausnahmefällen eingreifen).
  • Level 5: Vollständige Automatisierung (kein menschliches Eingreifen erforderlich).
2. Technologische Grundlagen

Technologische Grundlagen moderner Fahrzeugsysteme

Schlüsseltechnologien für automatisiertes und autonomes Fahren

Autonomes Fahren basiert auf einer Vielzahl hochentwickelter Technologien, die zusammenarbeiten, um Fahrzeuge sicher und zuverlässig ohne menschliches Eingreifen zu steuern. Hier sind die wichtigsten Technologien, die es ermöglichen:

  • Sensorfusion: Die Integration von Daten aus verschiedenen Sensoren (Kameras, Radar, Lidar) zur Erstellung eines umfassenden Bildes der Umgebung.
  • Künstliche Intelligenz: Algorithmen, die in Echtzeit Entscheidungen treffen und das Fahrzeug steuern.
  • Cyber Security: Schutz vor Hackerangriffen und Sicherstellung der Datenintegrität

Sensorfusion als Basis der Umfeldwahrnehmung

Sensorfusion ist eine der zentralen Technologien, die das automatisierte und autonome Fahren überhaupt erst möglich machen. Sie beschreibt die intelligente Verknüpfung und Verarbeitung von Daten aus verschiedenen Sensortypen, um ein präzises, zuverlässiges und vollständiges Bild der Fahrzeugumgebung zu erzeugen. Moderne Fahrzeuge verfügen über eine Vielzahl von Sensoren:

  • Kameras: Erfassen visuelle Informationen wie Fahrbahnmarkierungen, Verkehrszeichen, Ampeln und Objekte.
  • Radar: Misst Entfernungen und Geschwindigkeiten von Objekten, funktioniert zuverlässig, auch bei schlechten Sichtverhältnissen.
  • Lidar (Light-Detection and Ranging): Ein optisches Messsystem, um Objekte zu detektieren. Erstellt hochpräzise 3D-Modelle der Umgebung durch Laserimpulse.
  • Ultraschallsensoren: Messen Entfernungen zu Objekten im Nahbereich, indem Sie die Laufzeit reflektierender Schallimpulse erfassen, die sie ausgesandt haben.
  • Inertialsensoren: Eine Internal Measurement Unit (IMU) misst Bewegungen und Beschleunigungen des Fahrzeugs. Diese Sensoreinheit ist eine Kombination mehrerer Sensoren wie Beschleunigungssensoren und Gyroskope.
  • GPS: Liefert Positionsdaten zur Navigation und Orientierung.

Bedeutung und Herausforderungen der Sensorfusion

Die Sensoren der Fahrerassistenzsysteme liefern jeweils unterschiedliche Informationen mit individuellen Stärken und Schwächen. Die Sensorfusion kombiniert diese Daten in Echtzeit, gleicht sie ab und prüft ihre Plausibilität. Dabei sind Redundanzen – also überlappende Informationen – ausdrücklich erwünscht. Sie erhöhen die Sicherheit, da sie helfen, Fehler zu erkennen und zu korrigieren.

  • Zuverlässigkeit: Durch die Kombination mehrerer Quellen kann das System auch bei Ausfall oder Störung eines Sensors weiterhin korrekt arbeiten.
  • Genauigkeit: Die Fusion ermöglicht eine präzisere Erkennung von Objekten, Entfernungen und Bewegungen.
  • Echtzeitverarbeitung: Die Daten müssen in Millisekunden verarbeitet werden, um schnelle und sichere Entscheidungen zu ermöglichen – etwa beim Bremsen oder Ausweichen.
  • Skalierbarkeit: Je nach Fahrzeugklasse, Automatisierungsgrad und ADAS-Funktion variiert der Sensor-Mix. Sensorfusion ist flexibel und kann an unterschiedliche Anforderungen angepasst werden.

Der Einsatz dieser Technologien bringt auch eine Reihe technischer Herausforderungen mit sich, die es zu bewältigen gilt. Im Folgenden werden die wesentlichen dargestellt.

  • Datenmenge: Die Sensoren erzeugen enorme Datenströme, die verarbeitet, synchronisiert und interpretiert werden müssen.
  • Kalibrierung: Alle Sensoren müssen exakt ausgerichtet und regelmäßig überprüft werden, um korrekte Ergebnisse zu liefern.
  • Software-Komplexität: Die Algorithmen zur Fusion und Interpretation der Daten sind hochkomplex und müssen ständig weiterentwickelt werden.
  • Umweltbedingungen: Regen, Schnee, Nebel oder Blendung können einzelne Sensoren beeinträchtigen – die Fusion gleicht solche Schwächen aus.

Sensorfusion ist das „Gehirn“ hinter modernen Fahrerassistenzsystemen und autonomen Fahrzeugen. Sie ermöglicht nicht nur eine präzise Umfeld-Erkennung, sondern auch die sichere und zuverlässige Entscheidungsfindung im Straßenverkehr. Für Kfz-Profis bedeutet das: tiefes Verständnis der Sensorik, regelmäßige Kalibrierung und der Einsatz moderner Diagnosegeräte sind unerlässlich, um die Systeme korrekt zu warten und zu reparieren.

Künstliche Intelligenz im Fahrzeug

Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge und kommt in folgenden Bereichen zur Anwendung:

  1. Umweltwahrnehmung: KI-Systeme nutzen Sensoren wie Kameras, Radar und Lidar, um die Umgebung des Fahrzeugs zu erfassen. Diese Daten werden in Echtzeit verarbeitet, um Objekte, Fußgänger, Verkehrszeichen und andere Fahrzeuge zu identifizieren.
  2. Routenplanung: KI berechnet die optimale Route unter Berücksichtigung von Verkehrs- und Straßenverhältnissen. Dies ermöglicht eine effiziente und sichere Navigation.
  3. Fahrzeugsteuerung: KI steuert präzise Gas, Bremse und Lenkung, um das Fahrzeug sicher zu führen. Dies umfasst auch das Reagieren auf unvorhergesehene Ereignisse wie das plötzliche Abbremsen eines anderen Fahrzeugs.
  4. Entscheidungsfindung: KI trifft Entscheidungen basierend auf einer Vielzahl von Datenpunkten und Szenarien. Dies schließt auch ethische Entscheidungen ein, wie das Vermeiden von Unfällen.

Fortschritte in der KI und im maschinellen Lernen verbessern kontinuierlich die Fähigkeiten autonomer Fahrzeuge. Diese Technologien ermöglichen es den Fahrzeugen, aus Erfahrungen zu lernen und ihre Leistung zu optimieren.

Cyber Security in vernetzten Fahrzeugsystemen

Mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung moderner Fahrzeuge steigt auch das Risiko von Cyberangriffen. Fahrzeuge kommunizieren heute über interne Netzwerke (z. B. CAN, Ethernet) sowie externe Schnittstellen wie Mobilfunk, WLAN oder Bluetooth. Dadurch entstehen potenzielle Angriffspunkte, die gezielt abgesichert werden müssen.

Ziel der Cyber Security: Ziel ist es, die Integrität, Verfügbarkeit und Vertraulichkeit von Fahrzeugfunktionen und -daten zu schützen. Dies betrifft sowohl sicherheitskritische Systeme (z. B. Bremsen, Lenkung) als auch persönliche Daten der Fahrzeuginsassen

Gesetzliche Anforderungen: Die UN-Regelung R155 verpflichtet Fahrzeughersteller seit Juli 2022 (für neue Typen) bzw. Juli 2024 (für alle Neuzulassungen) zur Einführung eines Cyber Security Management Systems (CSMS). Dieses muss den gesamten Fahrzeuglebenszyklus abdecken – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Betrieb und zur Stilllegung.

Technische Standards: Zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben dienen folgende Normen:

  • ISO/SAE 21434: Standard für Cyber Security Engineering in der Fahrzeugentwicklung.
  • UN R156: Regelt sichere Software-Updates, inklusive Over-the-Air (OTA).
  • ISO 24089: Ergänzt R156 mit technischen Anforderungen an Update-Prozesse.
  • ISO 26262: Stellt die funktionale Sicherheit elektronischer Systeme sicher.

Schutzmaßnahmen: Typische technische Maßnahmen zur Absicherung von Fahrzeugen sind:

  • Verschlüsselung und Authentifizierung von Kommunikationsdaten
  • Firewalls und Intrusion- Detection- Systeme (IDS)
  • Sichere Bootprozesse und Software-Updates
  • Zugriffskontrollen und Segmentierung von Netzwerken

Somit ist Cyber Security ein zentraler Bestandteil der Fahrzeugsicherheit und bildet die Grundlage für das Vertrauen in vernetzte und automatisierte Mobilität.

3. Diagnosegeräte als Bindeglied

Diagnosegeräte als Bindeglied zwischen Technik und Werkstatt

Aufgaben moderner Diagnosegeräte

Mit der zunehmenden Verbreitung von ADAS und autonomen Fahrfunktionen steigt die Komplexität der Fahrzeugsysteme erheblich. Diagnosegeräte sind daher für Kfz-Profis unverzichtbare Werkzeuge, um Fehler zu erkennen, Systeme zu warten und die Sicherheit zu gewährleisten.

1

Steuergeräte-Diagnose

Moderne Fahrzeuge verfügen über zahlreiche Steuergeräte, die permanent Sensordaten auswerten und Systemzustände überwachen. Diagnosegeräte ermöglichen das Auslesen von Fehlercodes (DTCs – Diagnostic Trouble Codes) aus den Steuergeräten. So können Werkstätten gezielt Fehlerquellen in ADAS-Systemen wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent oder Einparkhilfe identifizieren und beheben.

2

Kalibrierung und Justierung von Sensoren

Nach Reparaturen oder dem Austausch von Komponenten ist eine exakte Kalibrierung der Sensoren (Kamera, Radar, Lidar) zwingend erforderlich. Diagnosegeräte führen durch den Kalibrierungsprozess, steuern die Systeme gezielt an und überprüfen die korrekte Ausrichtung. Nur so ist gewährleistet, dass die Assistenzsysteme zuverlässig funktionieren und keine Fehlinterpretationen auftreten.

3

Software-Updates und Codierungen

Viele ADAS-Funktionen werden regelmäßig durch Software-Updates verbessert oder erweitert. Diagnosegeräte ermöglichen das Aufspielen neuer Softwarestände, das Anlernen neuer Komponenten und die Anpassung von Systemeinstellungen. Gerade bei sicherheitsrelevanten Systemen ist die Aktualität der Software entscheidend.

4

Plausibilitätsprüfungen und Systemtests

Diagnosegeräte bieten die Möglichkeit, Live-Daten auszulesen und Systemtests durchzuführen. So können Kfz-Profis prüfen, ob Sensoren und Aktoren korrekt arbeiten, ob die Kommunikation zwischen den Steuergeräten funktioniert und ob die Sensorfusion plausibel ist. Dies ist besonders wichtig, um Fehlerquellen einzugrenzen und die Sicherheit zu gewährleisten.

5

Dokumentation und Nachweisführung

Viele Diagnosegeräte bieten Funktionen zur Protokollierung und Dokumentation der durchgeführten Arbeiten. Dies ist nicht nur für die interne Qualitätssicherung wichtig, sondern auch für die Nachweisführung gegenüber Kunden und Versicherungen – etwa nach einer Kalibrierung oder Reparatur sicherheitsrelevanter Systeme.

6

Präventive Wartung und Zustandsüberwachung

Durch die kontinuierliche Überwachung von Systemparametern und Sensorwerten in den einzelnen Steuergeräten können Diagnosegeräte frühzeitig auf Verschleiß, Fehlfunktionen oder drohende Ausfälle hinweisen. So lassen sich präventive Wartungsmaßnahmen einleiten, bevor es zu sicherheitskritischen Situationen kommt.

Fazit

Diagnosegeräte sind das Bindeglied zwischen moderner Fahrzeugtechnik und Werkstattpraxis. Sie ermöglichen nicht nur die Fehlerbehebung, sondern sind auch für die Kalibrierung, Wartung und Dokumentation von ADAS- und autonomen Systemen unverzichtbar. Für Kfz-Profis bedeutet das: Ohne fundierte Kenntnisse im Umgang mit Diagnosegeräten und regelmäßige Schulungen ist eine fachgerechte Arbeit an modernen Fahrzeugen nicht mehr möglich.

4. Fehlerbilder und Reparaturpraxis

Typische Fehlerbilder und Reparaturpraxis bei ADAS

Was sind typische Fehlerursachen und Fehlercodes bei ADAS-Systemen?

Die häufigsten Fehler und Fehlercodes bei ADAS-Systemen (Advanced Driver Assistance Systems) lassen sich in drei Hauptkategorien einteilen: Sensorfehler, Kommunikationsprobleme und Kalibrierungsfehler.

1. Sensorbezogene Fehler:

  • Kameraausfall: Defekt, Verunreinigt oder falsche Kalibrierung.
  • Radarstörung: mechanische Beschädigung, defekte Verkabelung oder lose Halterung.
  • Blind Spot Detection (BSD): Elektrische Fehler, mechanische Beschädigung oder Verschmutzung.
  • Lenkwinkelsensor: Ungenaue Daten durch Verschleiß oder falsche Montage.

2. Kommunikationsfehler (CAN/LIN – Bus):

  • CAN/LIN -Bus Fehler: Steuergeräte können nicht miteinander kommunizieren.
    • Unterbrochene Verbindung zwischen Steuergeräten.
    • Korrodierte Steckverbindungen oder defekte Kabel.
    • Fehlerhafte Steuergeräte oder Gateway-Ausfälle.

3. Kalibrierungsfehler:

  • Nach Windschutzscheibenwechsel, Karosseriereparatur oder Fahrwerksänderung.
  • Fehlerhafte Positionierung von Kalibrierungstafeln oder falsche Umgebungsbedingungen bei dynamischer Kalibrierung.

Auftretende Fehlercodes im ADAS-System können verschiedene Ursachen haben.

Hier sind beispielhaft einige der gängigsten Fehlercodes und ihre möglichen Bedeutungen:

  • U3000: Allgemeiner Steuergerätefehler. Dies kann auf ein Problem mit dem Steuergerät selbst oder auf Kommunikationsprobleme im CAN-Bus hinweisen
  • C1101: Fehler im Radarsensor. Dies kann durch eine Fehlfunktion des Radarsensors oder durch eine beschädigte Verkabelung verursacht werden.
  • B124D: Fehler im Kamerasystem. Dies kann auf Probleme mit der Kamera oder deren Verkabelung hinweisen
  • B127E: Fehler Radarsensor. Fehlerhafte Ausrichtung. Gegebenenfalls verursacht durch einen Stoßfängeraufprall.
  • B117F: Fehler im Kamerasystem. Fehlerhafte Kalibrierung oder Bildsensor beschädigt.
  • C1A67: Fehler im LIDAR-Sensor. Dies kann durch eine Fehlfunktion des LIDAR-Sensors oder durch Blockaden und Verschmutzungen verursacht werden.
  • U0415: Ungültige Daten vom ABS-Steuergerät. Dies kann auf Kommunikationsprobleme zwischen dem ABS-Steuergerät und anderen Steuergeräten hinweisen.

Reparaturhinweise zur Fehlervermeidung

Da ADAS-Systeme auf präzise Sensorik und korrekte Kalibrierung angewiesen sind, können schon kleine Veränderungen am Fahrzeug zu Fehlfunktionen führen. Um unnötige Fehler, Kundenreklamationen oder sogar Sicherheitsrisiken zu vermeiden, sollte im Werkstattalltag folgendes beachtet werden.

1

Reinigung der Sensoren

ADAS-Sensoren wie Kamera, Radar, Lidar und Ultraschall sind oft außen am Fahrzeug angebracht und daher anfällig für Verschmutzungen. Schlamm, Schnee, Eis, Insekten oder sogar Waschanlagenrückstände können die Sensorleistung erheblich beeinträchtigen.

2

Keine Reparaturarbeiten ohne anschließende Kalibrierung

Änderungen am Fahrwerk (z. B. Tieferlegung), Stoßfänger oder Windschutzscheibe beeinflussen die Sensorposition und -ausrichtung. Auch der Wechsel auf Reifen mit abweichendem Durchmesser kann die ADAS-Funktion beeinträchtigen. Nach solchen Eingriffen ist eine statische oder dynamische Kalibrierung gemäß Herstellervorgaben zwingend erforderlich.

3

OEM-Vorgaben für Kalibrierung und Reparatur beachten

Jeder Fahrzeughersteller hat spezifische Anforderungen für die Kalibrierung von ADAS-Systemen. Aus diesem Grund sollten nur geeignete Diagnosegeräte, Kalibrierwerkzeuge und falls erforderlich herstellerspezifische Diagnosegeräte verwendet werden. In diesem Zusammenhang ist besonders darauf zu achten, dass die Kalibrierungstafeln korrekt positioniert, die vorgeschriebenen Abstände, Höhen und Winkel exakt eingehalten werden und die Umgebungsbedingungen – wie ausreichende Beleuchtung und ein ebener, stabiler Untergrund – beachtet werden.

4

Dokumentation aller Kalibrierungsschritte und Fehlercodes

Die Dokumentation ist ein zentraler Bestandteil der ADAS-Diagnose und -Wartung. Sie dient nicht nur der internen Qualitätssicherung, sondern ist auch ein wichtiges Instrument zur Nachvollziehbarkeit gegenüber Kunden, Versicherungen und Prüforganisationen. Eine lückenlose Aufzeichnung aller durchgeführten Kalibrierungen, ausgelesenen Fehlercodes und verwendeten Diagnosegeräte schützt die Werkstatt vor Haftungsrisiken und erleichtert spätere Reparaturen oder Reklamationsbearbeitungen.

Besonders bei sicherheitsrelevanten Systemen wie Notbremsassistent oder Spurhaltewarnung ist es entscheidend, dass alle Arbeitsschritte transparent und nachvollziehbar dokumentiert werden. Dies gilt sowohl für die Initialdiagnose (Pre-Scan) als auch für die Abschlussprüfung (Post-Scan) nach erfolgter Reparatur oder Kalibrierung.

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