Compliance
14.12.2023
Neue Compliance-Richtlinien bei HELLA
Ende des Jahres wird HELLA CEO Michel Favre in den Ruhestand wechseln. Im Gespräch erzählt er, was ihm in seiner Zeit bei HELLA wichtig war, welche Pläne er jetzt ins Auge fasst und was er seinem Nachfolger mit auf den Weg geben wird.
Verabschiedet sich Ende des Jahres aus dem Arbeitsleben in den Ruhestand: HELLA CEO Michel Favre
Dienstag 19.12.2023
Herr Favre, der Tag rückt näher, an dem Sie morgens nicht mehr zu HELLA nach Lippstadt kommen. Haben Sie sich für den Tag schon etwas vorgenommen?
Ich werde mir etwas Ruhe gönnen und die Weihnachtsfeiertage genießen. Im Januar haben wir dann die ersten Reisen geplant. Wir werden in den französischen Alpen Ski fahren – erst mit meinem Sohn, dann mit meiner Tochter und ihrer Familie. Jeder, der mich kennt, weiß: Meine Familie ist mir sehr wichtig und ich freue mich sehr darauf, wieder mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können. Außerdem muss ich meine Fähigkeiten im Skifahren weiter verbessern. Seit 40 Jahren trainiere ich und Sie müssen wissen, meine Frau ist sehr gut, da muss ich mithalten (lacht).
Sie haben für das Unternehmen und auch für den Standort Lippstadt einige wichtige Veränderungen angestoßen. Was war Ihnen als CEO dabei immer wichtig?
Aus meiner Sicht kommt es als CEO darauf an, die richtige Richtung für die Zukunft vorzugeben. Das ist nicht immer einfach, denn was mittel- und langfristig erreicht werden soll, darf die kurzfristigen Ziele nicht gefährden. Was bedeutet das? Wir müssen als Unternehmen profitabel sein und in unsere Zukunft investieren. Beispielsweise war es uns als Geschäftsführung wichtig, Ausgaben für Forschung und Entwicklung, für Investitionen immer wieder von neuem zu sichern. Denn mit ihnen entscheidet sich die Zukunft unseres Unternehmens. Gleichzeitig müssen wir aber auch unsere Aktionäre zufriedenstellen. Diese Balance muss jedes Jahr von neuem hergestellt werden und das ist Aufgabe der Geschäftsführung. Darüber hinaus müssen wir die richtigen strategischen Projekte anstoßen.
Können Sie uns ein paar Beispiele dafür geben?
Für mich war eines der wichtigsten Projekte: die Neugestaltung des Standorts hier in Lippstadt. Wir müssen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein zuhause geben, das den Anspruch unseres Unternehmens widerspiegelt, ein Symbol ist für die Innovationsführerschaft von HELLA und – das ist mir wichtig – allen ein attraktives Arbeitsumfeld bietet. Ich freue mich nun, so ein schönes Thema meinem Nachfolger Bernard Schäferbarthold übergeben zu dürfen. Ich hoffe doch sehr, dass er mich zur Eröffnungsfeier einladen wird (lacht). Ein weiteres strategisch wichtiges Projekt ist für mich die Einführung von SAP S/4 HANA. Denn wir müssen kontinuierlich daran arbeiten, unsere Geschäftsprozesse weiter zu digitalisieren, zu vereinfachen und zu beschleunigen.
Was hätten Sie gerne noch umgesetzt?
Ich hätte gerne den FORVIA Weg, das Zusammenwachsen von HELLA und Faurecia noch ein wenig länger begleitet. Die beiden Unternehmen haben eine unterschiedliche Historie, unterschiedliche Kulturen, die aber aus meiner Sicht gar nicht so weit voneinander entfernt sind und sich auch zunehmend verändern. HELLA und Faurecia können so viel voneinander lernen – und haben dies in vielen Fällen auch schon getan. Ich bin davon überzeugt, dass wir innerhalb kürzester Zeit große Erfolge in der Zusammenarbeit erreicht haben. Gerne hätte ich diesen Prozess noch länger begleitet und mitgestaltet.
In einem Satz: Wie sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei HELLA Sie in Erinnerung behalten?
Das ist schwer zu sagen, aber ich hoffe, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Masterplan, dem CELLS Projekt, an mich erinnern werden. Für mich ist das ein ganz zentraler Baustein in der Transformation dieses Unternehmens. Ich werde auf jeden Fall sehr gute Erinnerungen an die HELLA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben.
Was ist mit dem We CARE Projekt? Viele Mitarbeitenden verbinden dieses Projekt unmittelbar mit Ihnen.
Für mich ist We CARE in dem Sinne kein Projekt. We CARE ist eine Einstellung, eine Unternehmenskultur. Wir müssen weiterhin in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in die HELLA Familie investieren. Denn die Motivation innerhalb der Belegschaft, der Einsatz für das Unternehmen, ist am Ende das, was erfolgreiche Unternehmen von erfolglosen Unternehmen unterscheidet.
Sie selbst haben immer wieder betont, wie schön es für Sie ist, Teil der HELLA Familie zu sein. Was war denn in der Zeit Ihr persönlicher HELLA Moment?
Ich erinnere mich sehr gern an die erste Betriebsversammlung in Lippstadt zurück, bei der ich mich als neuer CEO vorstellen durfte. Diese Veranstaltungen waren im Übrigen immer eine gute Gelegenheit, mein Deutsch zu verbessern (lacht). Diese erste Betriebsversammlung habe ich als Chance gesehen, den Stil des neuen CEOs, meinen Stil deutlich zu machen und einzubringen. Darüber hinaus habe ich die Reisen mit meinen Geschäftsführungskollegen an unsere HELLA Standorte weltweit sehr genossen. Wir haben viele Kolleginnen und Kollegen persönlich treffen können, hatten fantastische Gespräche und konnten so die Beziehungen zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden weiter intensivieren.
Blicken wir in die Zukunft: Was wünschen Sie sich für HELLA?
Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter ihre Energie und Motivation behalten, dass sie diese HELLA Kultur, die ich von Tag eins an sehr geschätzt habe, bewahren und weiterhin den Zusammenhalt untereinander leben.
Und wie geht es weiter für Michel Favre?
Wir haben für dieses Jahr mehrere Reisen geplant. Meine Frau fliegt nicht gerne, aber wir wollten immer schon mal nach Nordamerika. Daher werden wir nun eine Schiffsreise unternehmen und einige Zeit in den USA verbringen. Europa steht ebenfalls auf unserer Liste – vor allem Spanien, Portugal, Italien. Meine Frau hat sehr viele Pläne gemacht (lacht). Sie hält mich auf Trab. Meine Tochter baut zudem ein eigenes Unternehmen auf und da werde ich sicherlich ebenfalls mal das ein oder andere übernehmen. So ganz aufhören kann ich dann doch nicht (lacht).
Was werden Sie Ihrem Nachfolger, Bernard Schäferbarthold, zum Abschied mit auf den Weg geben?
Ich werde ihm sagen, dass er alles hat, was ein CEO braucht. Er verdient diesen Job; er ist die richtige Wahl. Davon bin ich überzeugt. Er kennt das Unternehmen, er kennt die Branche. Er hat viel Erfahrung und große Kompetenzen. Und sein Herz schlägt für HELLA. Ich bin mir sicher: Er wird ein fantastischer CEO für HELLA sein und das Unternehmen weiter erfolgreich in die Zukunft führen.
Gibt es ein paar abschließende Worte, die Sie noch an die Mitarbeitenden richten möchten?
Es ist mir eine Ehre, für HELLA tätig gewesen sein zu dürfen. HELLA ist ein starkes Unternehmen mit großer Tradition. HELLA ist ein Unternehmen mit beeindruckenden Produkten und Technologien. Mit viel Professionalität, einem exzellenten Ruf, mit Offenheit und Ehrlichkeit. Und allen voran: mit tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Teil dieses Unternehmens gewesen zu sein, erfüllt mich mit Stolz. Ich kann nicht oft genug betonen, welche Ehre es mir war, Teil der HELLA Familie sein zu dürfen.