Auf Wiedersehen
11.12.2023
„Am Ende geht es doch darum, dass man happy ist“
5 Jahre wollte Ludger Rembeck bei seinem Berufsstart bei HELLA bleiben. Daraus sind ein paar mehr geworden: 34 Jahre lang gestaltet er das Heckleuchtengeschäft des Lichtbereichs. Ende des Jahres geht er in Ruhestand. Wir blicken mit ihm zurück.
Verabschiedet sich nach 34 Jahren HELLA in den Ruhestand: Ludger Rembeck, Leiter des Product Centers Rear Combination Lamps der Business Group Lighting
Donnerstag 07.12.2023
Ludger Rembeck, im Lichtbereich bekannt als ‚Mr. Rear Combination Lamps‘, hat – das lässt sich mit Sicherheit so sagen – wie kaum ein anderer die Entwicklung des Lichtbereichs, insbesondere die Entwicklung des Heckleuchten-Geschäfts gestaltet. 34 Jahre lang hat er sich der Beleuchtung am Fahrzeugheck verschrieben. Ende des Jahres verlässt er nun das Unternehmen. Er blickt mit uns zurück auf seine Zeit bei HELLA, berichtet von großen Erfolgen und davon, wie wichtig für ihn immer der HELLA Teamspirit war.
Herr Rembeck, kurz und knapp: Was waren Ihre wichtigsten Stationen bei HELLA?
Zusammengefasst: Einmal Heckleuchten, immer Heckleuchten. Ich habe im Januar 1989 als Konstrukteur für Heckleuchten im Geschäftsbereich Licht angefangen und den Licht-Bereich nie verlassen. Mein erstes Projekt: der Seat Ibiza, Modelljahr 1991 – damals noch am Zeichenbrett entstanden (siehe auch unsere Bildergalerie unten). Über verschiedene Leitungsfunktionen im Bereich Heckleuchten bin ich jetzt seit Mai 2020 als Leiter des Product Centers Rear Combination Lamps Teil des GL-Boards.
Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken: Was erscheint heute undenkbar, war damals aber möglich?
Was heute sicherlich so nicht mehr möglich ist: beim Aufbau so vieler HELLA Standorte unterstützen zu können. In den 34 Jahren hat HELLA einen rasanten Wachstumskurs absolviert und ist weltweit expandiert. Angefangen hat es bei mir 1997, als ich die Entwicklung für Innenleuchten am Standort HIS Wembach aufbauen und mitgestalten durfte. Es folgte die HELLA Leuchtensysteme GmbH in Paderborn, wo wir Entwicklung und Produktion zusammengeführt und aufgebaut haben. 2003 habe ich die Entwicklungsabteilung des Lichtbereichs in Mexiko-Stadt mitgegründet, 2010 jene in Nanjing und im Jahr 2021 jene in der Slowakei, HSK-B. Mehr als zehn Jahre habe ich, mit Beginn 2005, außerdem Indien als Entwicklungsstandort aufgebaut, als Chairman und Direktor im Board India den Aufbau unserer Entwicklungsorganisation in Chennai und Coimbatore begleitet.
Woran erinnern Sie sich gern zurück?
Puh, da könnte ich vieles nennen. Aber was mir bis heute in guter Erinnerung ist, ist die Aufbruchstimmung, als wir 1999 den Mut hatten, aus Lippstadt raus nach Paderborn zu gehen. Wie euphorisch damals alle waren. Bis heute habe ich die passende Musik dazu im Kopf: „Major Tom... Völlig losgelöst...”. Alles wurde in Paderborn neu gebaut, ein sehr moderner Standort, eine eigene Legal Entity – wie man heute sagt – mit Entwicklung und Produktion unter einem Dach. Und wir sind so schnell gewachsen. Als verantwortlicher Produktleiter für das Heckleuchten-Programm und gefühlter Mitunternehmer des Standorts war es für mich damals auch neu, so nah an der Produktion zu sein. Ich habe mit eigenen Augen gesehen und hautnah erfahren, welche Leiden die Kolleginnen und Kollegen dort durchlebten, wenn die Entwicklung etwas nicht richtig macht. Eine Erfahrung, von der ich bis heute profitiere.
Was war Ihr größter Erfolg in den 34 Jahren HELLA?
Für mich persönlich, meine eigene Karriere in diesem Unternehmen. Als ich damals als Konstrukteur angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich es mal bis ins GL-Board schaffen würde. Das war auch nie mein Ziel. Ich wollte immer tolle Produkte machen, mit tollen Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten und Unternehmer sein, Herr meiner eigenen Entscheidungen. Ich denke, ich habe dabei eine ordentliche Arbeit geleistet – das können andere natürlich viel besser beurteilen (lacht). Ich habe immer versucht, neue Ideen in das Unternehmen einzubringen und ich hatte Chefs, die mich gefördert haben, Fürsprecher waren, mir Projekte zugetraut haben. Für mich hat sich die Karriere so entwickelt, ohne es zu forcieren.
Worüber müssen Sie bis heute lachen?
Über dieses Foto hier:
2019 haben wir das Heckleuchtenprojekt für den VW-Elektrobulli ID Buzz gewonnen. Ein Freund von mir hatte einen Bulli aus dem Jahr 1959. Den habe ich zum Kick-off Meeting des Projekts im Juni 2019 aufs Betriebsgelände geholt. Ein Gag, um ein Foto mit dem Kernteam zu machen. Frank Huber, damals Lichtgeschäftsführer, ging just in dem Moment über den Hof. Den haben wir gleich dazu geholt. The BUZZ is back war unser Motto (lacht).
In 3 Worten: Was bedeutet HELLA für Sie persönlich?
Ich habe HELLA viel zu verdanken. Ich war immer schon ein Autonarr, habe mich sehr für Licht begeistert. Für mich bedeutet HELLA daher erstens: Technik. Wir wissen außerdem immer ein paar Jahre im Voraus, was in Zukunft auf den Straßen zu sehen sein wird. Das werde ich vermissen, diesen Blick in die Zukunft. Das ist meine Nummer zwei. Drittens: HELLA bedeutet für mich Teamspirit. Diesen Zusammenhalt, die tollen Kolleginnen und Kollegen nicht nur bei Heckleuchten, sondern überall bei HELLA werde ich vermissen. Für mich war es immer diese HELLA Familie, der Zusammenhalt, was HELLA als Unternehmen ausgemacht hat.
Werfen wir einen Blick in die Glaskugel: Wie stellen Sie sich HELLA in 30 Jahren vor?
Ich bin ein Kind des Lichtbereichs und würde daher sagen: Licht wird es immer geben. Und ich glaube, dass wir mit unseren Produkten noch stylischer werden. Ich freue mich schon jetzt darauf, wenn ich Lichttechnologien von HELLA zu sehen bekomme, die man heute gar nicht für möglich hält. Und natürlich werde ich mich fragen, wie das Engineering es hinbekommen hat. Ich sehe schon, wie meine Frau sich amüsiert, wenn ich die Scheinwerfer, Heckleuchten oder Innenleuchten am liebsten auseinanderbauen würde (lacht).
Wo findet man Ludger Rembeck demnächst?
Die, die mich gut kennen, wissen, dass ich mich neben HELLA den regenerativen Energien und der Elektromobilität verschrieben habe. Ich werde also künftig mit voller Kraft dieses Thema privat treiben. Wir haben nicht nur bei uns zu Hause alles umgerüstet und fahren Elektrofahrzeuge. Ich bin auch in einem Verein engagiert, der den Ausbau regenerativer Energien vorantreibt. Darüber hinaus werde ich sicherlich mit meiner Frau auf Reisen gehen. Früher haben wir intensiv Europa bereist; das war in den letzten Jahren zeitlich nicht mehr möglich. Das möchten wir nun nachholen: Irgendwo hinfahren und mit den Rädern die Umgebung entdecken.
Was möchten Sie der HELLA Welt noch mitgeben?
Weiter an die Bedeutung von Licht glauben und den Teamspirit hochhalten. Bitte vergesst bei all dem Stress nicht das Miteinander. Das hat HELLA immer ausgezeichnet und ich bin davon überzeugt, dass das auch ein Grund für den Erfolg des Unternehmens ist.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rembeck.
Werfen Sie hier einen Blick auf verschiedene Stationen von Ludger Rembeck in seinen 34 Jahren HELLA.