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Earth Day: „Wir wollten nicht länger Plastik verschicken!“

Wie ein engagiertes Team bei FORVIA HELLA mit einer innovativen, kunststofffreien Versandtasche 700 Kilogramm Plastik pro Jahr im HD Erwitte einsparen will lesen Sie im Interview.

Jessika Duffy, Carina Mazzioti, Albert Packhaiser, Hans Tissen und Gabriele Topp (von links nach rechts) aus dem Team im HD Erwitte, das an der Einführung einer plastikfreien Versandtasche bei FORVIA HELLA arbeitet. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt für mehr Umweltschutz

In einer Welt, die zunehmend von den negativen Auswirkungen der Plastikverschmutzung geprägt ist, gewinnt die Reduktion von Kunststoffverbrauch immer mehr an Bedeutung. Ein bedeutender Schritt in diese Richtung ist der UN Global Plastics Treaty, der darauf abzielt, eine internationale Übereinkunft zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung zu schaffen.

 

Bei FORVIA HELLA setzt sich ein Team dafür ein, Versandtaschen komplett ohne Kunststoff einzuführen – aus Ärger über unnötigen Plastikmüll.

 

Im Interview sprechen die Teammitglieder über die Entstehung und Umsetzung dieser innovativen Idee

 

Sie haben das Projekt „Kunststofffreie Versandtasche“ anlässlich des Aufrufs vom Earth Day eingereicht. Wie ist die Idee zu diesem Projekt entstanden?

 

Albert Packhaiser: Das Thema nachhaltige Verpackung beschäftigt uns schon länger. Jessika Duffy war da wirklich die Vorreiterin. Sie hat sich gefragt: „Kann es sein, dass wir seit 25 Jahren dieselben Versandtaschen nutzen und sich nichts verbessert hat?“ Also hat sie einfach mal Lieferanten angefragt, ob es Alternativen gibt. Und siehe da – es gab sie!

 

Jessika Duffy: Genau! Ich bin jetzt 25 Jahre bei HELLA und seitdem hat sich an der Verpackung nichts geändert. Mich hat die Verschwendung von Plastik dabei zunehmend geärgert. Irgendwann habe ich angefangen nach plastikfreien Alternativen zu suchen. Dabei bin ich auf einen Lieferanten gestoßen, mit dem wir sogar schon zusammenarbeiten. Der hat uns dann Muster von Versandtaschen mit Wellpappe statt Luftpolsterfolie geschickt. Wir haben diese dann im Team getestet und fanden sie super – vor allem, weil sie komplett ohne Kunststoff auskommen. Und das Handling ist genauso einfach wie vorher.

 

Hans Tissen: Für den Frachtführer ist das auch ein Vorteil, weil die Taschen kleiner sind und weniger Volumen einnehmen.

 

Wie viele dieser Versandtaschen werden denn bei FORVIA HELLA pro Jahr verwendet?

 

Hans Tissen: Ungefähr 696.000 Stück im Jahr. Das sind etwa 600 bis 700 Kilogramm allein an Plastikfolie, die wir bisher verschickt haben. Und weil die alten Taschen aus Verbundmaterial bestehen – also Papier und Plastik fest miteinander verbunden sind – ist die Entsorgung auch noch besonders teuer.

 

Gibt es Herausforderungen bei der Umstellung?

 

Jessika Duffy: Eigentlich nicht. Die Bearbeitung ist genauso einfach wie vorher. Wir können sogar größere Artikel verschicken, die sonst im Karton mit Luftpolsterfolie verpackt wurden. Jetzt geht das alles in die neue Tasche. Vom ersten Kontakt mit dem Lieferanten bis jetzt hat es etwa ein Dreivierteljahr gedauert. Es hat eine Weile gedauert, bis wir letztendlich einen Hersteller gefunden hatten, der die Taschen stabil genug mit Wellpappe machen kann.

 

Und wie sieht es mit der CO₂-Bilanz der neuen Versandtaschen aus?

 

Albert Packhaiser: Wir haben mal überschlagen: 600 Kilogramm Folie verursachen etwa 1.500 Kilogramm CO₂. Bei Recyclingpappe sind es nur 240 Kilo, bei Frischfaserpappe 720. Wenn wir sagen, der CO₂-Ausstoß halbiert sich, müsste das in etwa hinkommen. Natürlich wird auch bei Papier CO₂ ausgestoßen, aber der Unterschied ist schon enorm.

 

Was war die Motivation hinter dem Projekt? Ging es nur um die Umwelt?

 

Hans Tissen: Umweltaspekte standen klar im Vordergrund. Aber auch die Kosten spielen natürlich eine Rolle. Als ich als Verpackungsplaner angefangen habe, habe ich viele Optimierungsmöglichkeiten gesehen – bei der Flächennutzung, beim Volumen, bei den Materialien. Die Umstellung auf die neue Tasche war eine der einfacheren Maßnahmen mit großem Effekt.

 

Wie geht es jetzt weiter? Gibt es schon eine Timeline für die endgültige Umsetzung?

 

Jessika Duffy: Der nächste Schritt ist, die Taschen in den gewünschten Größen zu bekommen und im Alltag zu testen. Wir machen zurzeit einen Feldversuch und schauen, wie das Feedback ausfällt. Wenn es keine negativen Rückmeldungen gibt, setzen wir die Taschen flächendeckend ein.

 

Hans Tissen: Ich rechne damit, dass wir nach ein paar Monaten ein genügend großes erstes Feedback aus dem Markt haben.

 

Gibt es eigentlich noch weitere Pläne, um den Kunststoffverbrauch im HD Erwitte bei FORVIA HELLA zu reduzieren?

 

Hans Tissen: Absolut! Unsere Innenverpackung für Scheinwerfer besteht aktuell zu 100% aus Plastik und Schaumstoff. Seit über eineinhalb Jahren arbeiten wir an einer alternativen Lösung die zu 95% aus Pappe besteht, kostengünstiger in allen Aspekten ist, sprich im Material im Handling und entlang der gesamten Logistikkette, also von Anlieferung bis Auslieferung. Dadurch würden wir ebenfalls rund 3 Tonnen Plastikmüll pro Jahr sparen können, mit Tendenz nach oben, für den Fall, dass wir dieses Konzept ausweiten und auch in anderen Werken einsetzen können. Unser Ziel ist es, langfristig komplett kunststofffrei zu arbeiten. Es ist ein Prozess, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

 

Vielen Dank für das Gespräch und das Engagement für mehr Nachhaltigkeit!

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