Top News HELLA

„Wir sehen viele Chancen für profitables Wachstum“

​Was ist wichtig in der BG Lighting? Welche Themen, Chancen und Herausforderungen sind relevant? Darüber sprechen Yves Andres und Christian Göke im Interview.

Yves Andres und Christian Göke

Yves Andres erläutert gemeinsam mit BG Lighting Strategiechef Christian Göke die wichtigsten Ergebnisse der Strategieplanung für den Bereich

Donnerstag 31.08.2023

Das folgende Interview ist Teil einer Serie von Intranetartikeln und Videos über den diesjährigen Strategieprozess. Erschienen ist bereits ein Interview für HELLA insgesamt. Dies ist der zweite Teil der Serie; folgen werden Artikel und Videos zu Electronics, Lifecycle Solutions und Sustainability.

Das Strategie-Update hat gezeigt, dass wir in Sachen Profitabilität Luft nach oben haben. Profitables Wachstum ist deshalb die zentrale Priorität für HELLA. Was bedeutet das für die BG Lighting?

Yves Andres: Zunächst einmal ist es mir wichtig zu betonen, dass wir auf unsere Technologieführerschaft extrem stolz sein können. Sie ist Teil unserer DNA. Lange haben wir sie jedoch zu sehr als Selbstzweck verstanden, anstatt als Instrument für profitables Wachstum. Denn unsere Technologieführerschaft wird erst dann zum Pfund, wenn wir damit Mehrwert für die Kunden schaffen. Wir müssen also stärker vom Kunden her denken: Was braucht der Kunde? Womit bringen wir den Kunden weiter? Dafür brauchen wir alle ein tiefes Markt- und Kundenverständnis. Das ist mir sehr wichtig für jede und jeden Einzelnen in der gesamten Business Group. Denn erst, wenn wir wirklich verstehen, was unsere Kunden brauchen, können wir unsere Technologieführerschaft gezielt in Produkte gießen, die auf den Kundenbedarf zugeschnitten sind und die dann auch entsprechend nachgefragt werden. Innovationen wie Front Phygital Shields, Smart Lighting und Digital FlatLights für die V2X-Kommunikation sind übrigens erste Beispiele für diesen markt- und kundenorientierten Entwicklungsansatz.

Können Sie das genauer erklären?

Christian Göke: Der gesamte Markt befindet sich mitten in der Transformation, was sich natürlich auch in den Kundenbedürfnissen zeigt. Mit unseren Innovationen spiegeln wir diesen Wandel wider und setzen auf die Wachstumstreiber Nummer eins: Elektromobilität und Autonomes Fahren. Zum Beispiel mit unseren Front Phygital Shields. Sie ersetzen den Kühlergrill, der bei einem Elektrofahrzeug nicht benötigt wird und verleihen E-Fahrzeugen echten Mehrwert hinsichtlich Funktionalität und Design. Ein Plus, das die Fahrzeuge aufwertet und OEMs Wettbewerbsvorteile verschafft. Oder unsere V2X-Lösungen, die beim Autonomen Fahren die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umgebung ermöglichen. Innovative Lichtlösungen spielen auch bei den Kamerasystemen, die man für das autonome Fahren einsetzt, eine wichtige Rolle und bieten uns weitere attraktive und profitable Wachstumsmöglichkeiten.

Gibt es weitere strategische Aspekte, die für profitables Wachstum in der BG Lighting wichtig sind?

Yves Andres: Auf jeden Fall. Wir müssen unser Kundenportfolio sorgfältig bewerten und umgestalten. Das bedeutet, dass wir uns vom Anspruch lösen, alle zu bedienen und stattdessen stärker selektieren. Letztendlich sollten wir uns bei der Auswahl unserer Kunden immer die Frage stellen, ob sich eine Zusammenarbeit tatsächlich lohnt, also ob sie für uns profitabel ist. Natürlich ist unsere Kundenstrategie auch von der Transformation am Markt geprägt. Speziell für Asien und Nordamerika erwarten wir in den kommenden Jahren Wachstumsmöglichkeiten. Gerade in China spielt beispielsweise die Musik in Sachen Elektromobilität. Dort sind die Kunden, die unsere technologiestarken Innovationen brauchen. Dieses enorme Potenzial haben wir bisher etwas unterschätzt. Jetzt müssen wir Gas geben und unsere Stärken in Asien und Nordamerika selbstbewusst ausspielen.

Christian Göke: Auch intern gibt es Ansatzpunkte, um die Profitabilität zu steigern. Wir haben zum Beispiel vierzehn verschiedene Module-Plattformen, das bindet Kapital und ist kostenintensiv, hat aber natürlich auch seinen Grund. Wir entwickeln so jedoch für beinahe jedes Kundenmodell eine individuelle Lichtlösung. Das macht unsere Produktlandschaft und damit auch Produktion sehr komplex. Unser Ziel ist auch hier durch eine stärkere Standardisierung, die Produktvielfalt und -komplexität zu reduzieren und Hand in Hand die Produktionsprozesse zu vereinheitlichen, z.B. mit unserem Universal Assembly Line Konzept.

In China sind viele OEMs unterwegs. Auf welche setzen wir und haben wir überhaupt das Know-how, um dort zu bestehen?

Yves Andres: Wir werden in China selektiv vorgehen und von den mehr als 200 OEMs diejenigen identifizieren, die zu uns passen. Der Schwerpunkt des Herstellerangebots liegt derzeit noch im Niedrigpreissegment. Doch etliche Vertreter der Luxusklasse und des höherwertigen Volumenmarkts sind schon auf uns zugekommen, sie möchten mit uns als Technologieführer zusammenarbeiten, um eine kundenorientierte Differenzierung zu erreichen. Das nötige Know-how und starke Kostenbewusstsein bringen vor allem die Kolleginnen und Kollegen vor Ort mit, ganz im Sinne von ‚local für local'. Sie kennen das Land, den Markt und seine Endkunden bestens. Gerade im Bereich der Digitalisierung sehen wir große Chance.

Die BG Licht hat ein eigenes Mission Statement entwickelt: „We SHINE to advance mobility experiences". Was steckt dahinter?

Yves Andres: Unser Mission Statement übersetzt das FORVIA Statement und bricht es auf unsere BG herunter, damit es für unsere Mitarbeitenden und Partner greifbar wird. SHINE fasst zusammen, wofür die BG Licht steht: Safety & Sustainability, Hubs, also lokale Exzellenz in einem globalen Netzwerk, Innovations & Icons, Nurturing of talent und Execution Excellence.

Blicken wir in die Zukunft: Was ist die größte Chance für die BG Lighting?

Yves Andres: Risiken als Chance zu sehen! Bisher waren wir auf Europa fokussiert, Asien wurde aus ökonomischer Sicht als Bedrohung wahrgenommen. Das hat sich komplett geändert, der asiatische und speziell der chinesische Markt bietet uns riesige Chancen für profitables Wachstum. Mir ist sehr wichtig, dass alle Mitarbeitenden das verstehen und mittragen. Übrigens sehen wir auch in NSA Möglichkeiten vor allem mit lokalen, amerikanischen Kunden gutes Geschäft zu machen.

Und was ist die größte Herausforderung?

Christian Göke: Wichtig ist, dass wir unsere Kunden richtig einschätzen und unsere Wettbewerber nicht unterschätzen. Denn auch im Zulieferbereich sind chinesische Unternehmen ziemlich umtriebig und sehr schnell. Aller Voraussicht nach wird schon 2025 ein chinesischer Automobilzulieferer in die Top 6 weltweit aufsteigen. Zudem sehen wir, dass insbesondere getrieben durch die Elektromobilität, neue Kunden hervorkommen und „Platzhirsche" an Gewicht verlieren. Das heißt für uns umso mehr, Augen auf, Gas geben und Tempo machen. Aber ich bin da sehr zuversichtlich, schließlich waren wir es, die Teslas Leuchten in weniger als 15 Monaten auf die Straße gebracht haben. „We SHINE to advance mobility experiences".

Yves, ist die BG Lighting gut aufgestellt für die Zukunft?

Yves Andres: Auf jeden Fall. Wir haben tolle Technologien, eine hohe Innovationskraft und hochmotivierte und engagierte Mitarbeiter. Wir haben einen hervorragenden Ruf im Markt und bei unseren Kunden. Wenn wir jetzt entlang unserer Strategie noch einige Stellschrauben nachjustieren, haben wir alle Voraussetzungen geschaffen, um in Zeiten des Wandels weiter auf Erfolgskurs zu bleiben.

Yves, Christian, vielen Dank für das Gespräch.

Beginn der Abrissarbeiten steht unmittelbar bevor​

​​Standortkonzept Lippstadt​

18.08.2023

Beginn der Abrissarbeiten steht unmittelbar bevor​

Michel Favre

Interview

17.08.2023

Michel Favre im Gespräch

FORVIA: SMT-Benchmark erfolgreich abgeschlossen

Business Group Electronics

03.08.2023

FORVIA: SMT-Benchmark erfolgreich abgeschlossen

Ondrej Benes

FORVIA People

17.08.2023

„Ich wünsche mir mehr Mut und Unternehmergeist“