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FAQ: Exportbeschränkungen gegen Nexperia

Der Chiphersteller Nexperia darf derzeit von China aus nicht mehr exportieren. Der Überblick zu wichtigen Fragen und Antworten wurde nun aktualisiert. Im Fokus dieser Aktualisierung stehen nun Maßnahmen, die zur Abfederung zusätzlicher Kostenbelastung initiiert worden sind.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den derzeitigen Exportrestriktionen, die den niederländischen Chiphersteller Nexperia betreffen

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den derzeitigen Exportrestriktionen, die den niederländischen Chiphersteller Nexperia betreffen

Donnerstag 30.10.2025

Stand: 30. Oktober, 2025, 13.30 Uhr (die untenstehende Übersicht wird je nach weiterer Entwicklung entsprechend aktualisiert)

Hinweis: Dieser Fragen- und Antwortkatalog beinhaltet Angaben, die ausschließlich für interne Informationszwecke bestimmt sind. Eine externe Veröffentlichung oder Weitergabe ist daher nicht gestattet.

Wer ist Nexperia und welche Rolle hat das Unternehmen für die Autoindustrie?

Nexperia ist ein Produzent verschiedener Halbleiter mit Hauptsitz in den Niederlanden. Seit 2019 gehört Nexperia (zuvor Teil von NXP Semiconductors) mehrheitlich dem chinesischen Unternehmen Wingtech Technologies, und ist mit über 100 Milliarden gefertigter Komponenten pro Jahr führender Anbieter einfacher Halbleiter wie Transistoren oder Dioden.

Rund 70 Prozent der Endprodukte von Nexperia werden in China gefertigt. Für die Automobilindustrie spielt Nexperia eine wichtige Rolle, da das Unternehmen viele verschiedene Automobilzulieferer, darunter auch FORVIA HELLA, mit elektronischen Bauteilen beliefert, die etwa in Sensoren oder Steuergeräten für Motor, Getriebe, Bremsen oder Airbags verwendet werden. Chips von Nexperia werden daher hundertfach in Autos verbaut, aber auch für andere Branchen sind die Halbleiter von Nexperia relevant.

Grundsätzlich bezieht auch FORVIA HELLA für alle seine Business Groups, ebenso wie viele andere Automobilzulieferer weltweit, Elektronikbauteile von Nexperia. So fließen Nexperia-Bauteile in eine Vielzahl von Steuergeräten unter anderem für Radar, Lenkungselektronik und Energiemanagement sowie für Lichttechnik ein.

Mit welchen direkten Folgen ist für FORVIA HELLA zu rechnen?

Die derzeitige Situation wird laufend beobachtet und bewertet. Derzeit ist es nach wie vor schwierig, das gesamte Ausmaß der möglichen Auswirkungen zuverlässig einzuschätzen. Allerdings sehen wir beispielsweise, dass Hersteller ihre Abrufzahlen zum Teil reduzieren. Zudem ist weiterhin nicht klar, ob und wann eine mögliche Lösung auf politischer Ebene gefunden werden kann, in deren Folge die Restriktionen möglicherweise wieder aufgehoben werden könnten. Zumal zu berücksichtigen, dass es auch im Falle einer schnellen politischen Einigung eine gewisse Zeit dauern würde, die bereits entstandenen Engpässe wieder zu beheben. Mit einem bestimmten negativen Einfluss auf unser Geschäft ist demnach zu rechnen.

Kommt es zu Versorgungsengpässen, könnte dies daher die Produktions- und Lieferfähigkeit von FORVIA HELLA beeinträchtigen. Zum aktuellen Zeitpunkt kann FORVIA HELLA den Lieferverpflichtungen Kunden gegenüber weiter nachkommen. Gleichzeitig steigen schon heute durch die verschiedenen erforderlichen Ausweichstrategien die Kosten: durch höhere Preise infolge der Knappheiten im Markt, aber auch durch die notwendige Qualifizierung alternativer Halbleiter sowie durch erforderliche Sonderfrachten.

Inwiefern sind neben der Business Group Elektronik auch Licht und Lifecycle Solutions betroffen?

Wenngleich der genaue Umfang etwaiger direkter oder indirekter Auswirkungen (siehe Folgefrage) zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer zu quantifizieren ist, hätte jede Unterbrechung der Halbleiterlieferungen voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Automobilsektor. Würde es daher zu einem Versorgungsengpass kommen, würde sich das voraussichtlich sowohl auf das Licht- als auch auf das Elektronikgeschäft von FORVIA HELLA auswirken. Betroffen wäre zudem auch das das Nutzfahrzeuggeschäft von Lifecycle Solutions, wenngleich hier in geringerem Ausmaß.

Welche indirekten Risiken bestehen für FORVIA HELLA?

Indirekt besteht für FORVIA HELLA das Risiko, dass aufgrund von Engpässen aufseiten anderer Zulieferer deutlich weniger Fahrzeuge gebaut werden und Automobilhersteller in der Folge auch weniger Produkte von FORVIA HELLA abrufen. Aufgrund der hochkomplexen und sehr dynamischen Entwicklung der Rahmenbedingungen ist zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht absehbar, ob und in welcher Größenordnung es signifikante Auswirkungen auf die weltweite Fahrzeugproduktion geben wird.

Wie reagiert FORVIA HELLA?

FORVIA HELLA hat proaktiv und frühzeitig funktionsübergreifende Task Forces aus rund 100 involvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Business Groups und Funktionen eingerichtet, um die Lieferketten sorgfältig zu beobachten und Maßnahmen zur Risikominderung umzusetzen. Hierzu zählen unter anderem local for local-Lösungen innerhalb Chinas, die Herstellung halbfertiger oder fertiger Produkte in China und deren anschließender Export (fällt aktuell nicht unter die Exportbeschränkungen), sowie nach Möglichkeit die Nutzung alternativer Bezugsquellen. Das allerdings ist mit erheblichen finanziellen Mehraufwendungen verbunden.

Um dies bestmöglich abzufedern, werden daher die Maßnahmen zum Kostenmanagement weiter intensiviert. Das bedeutet erstens: Die bereits bestehende Beschränkung von Reisen, Trainings und Beratungsdienstleistungen ausschließlich auf kundenrelevante und geschäftskritische Zwecke bleibt bestehen. Zweitens hat die Geschäftsführung zusätzlich beschlossen, alle Beschaffungsvorgänge im indirekten Einkauf (vereinfacht gesagt: Einkauf von Gütern und Dienstleistungen, die nicht direkt zur Herstellung eines Produkts verwendet werden) bis auf weiteres auszusetzen (siehe hier verlinkten GF-Beschluss). Ausgenommen hiervon sind lediglich Einkaufsprojekte, die für die Aufrechterhaltung von Geschäftsabläufen oder für Sicherheits- und Compliancezwecke zwingend notwendig sind. Zudem werden Freigabegrenzen für den indirekten Einkauf gemäß GF-Beschluss angepasst. (Hinweis: Die Bezuschussung von Teamevents an den deutschen Standorten mit bis zu 30 Euro pro Teilnehmer und Kalenderjahr bleibt hiervon unberührt). Drittens werden situationsbedingt fortlaufend etwaige erforderliche Maßnahmen in den Werken sowie in den Business Groups und Zentralfunktionen geprüft, um mögliche signifikante Schwankungen bei Kundenabrufen abzufedern.

Mittelfristig könnten auch Veränderungen im Produktdesign helfen, etwaige Knappheiten abzumildern – diese benötigen jedoch eine bestimmte Vorlaufzeit. Um das Unternehmen durch die derzeitigen Herausforderungen bestmöglich zu steuern, helfen auch die Erfahrungen, die FORVIA HELLA während der Coronapandemie sowie während der damaligen Halbleiterkrise in 2022 gemacht hat, als es schon einmal zu erheblichen Versorgungsengpässen in den Lieferketten aufgrund fehlender Halbleiter und anderer elektrischer Bauteile gekommen ist.

Warum ist Nexperia von Exportbeschränkungen betroffen?

Die Hintergründe für die jüngsten Exportbeschränkungen Nexperia betreffend können seitens FORVIA HELLA nicht vollumfänglich bewertet werden. Insgesamt sind sie im Kontext verschiedener Handelsrestriktionen zu sehen, die sich in den vergangenen Monaten weiter verschärft haben. Am 10. Oktober wurden Hersteller und Zulieferer sodann über die verhängten Exportbeschränkungen in Kenntnis gesetzt.

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