Mitarbeiterbefragung 2022
09.03.2023
Große Zufriedenheit, großer Handlungsbedarf
HELLA CEO Michel Favre brachte einiges mit zu dieser Betriebsversammlung: Informationen zum Standortkonzept Lippstadt und viele Maßnahmen für ein attraktives Arbeitsumfeld. Das Wichtigste in Kürze.
HELLA CEO Michel Favre, Betriebsrat und IG Metall berichten zu aktuellen Themen bei der Betriebsversammlung in Lippstadt
Montag 20.03.2023
Mit klaren Worten adressiert HELLA CEO Michel Favre auf der Betriebsversammlung am 19. März 2023 die Ergebnisse der globalen Mitarbeiterbefragung 2022 und zeigt auf, welche Maßnahmen das Unternehmen daraus ableitet. In vielen Bereichen seien die Ergebnisse positiv und für HELLA auch im Branchenvergleich erfreulich gewesen. Ein Ergebnis jedoch hatte die Geschäftsführung sehr bewegt: So ist sich eine große Mehrheit der Befragten in Lippstadt einig, dass HELLA zu wenig für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tue. „Ich habe es bereits anlässlich des FORVIA Tages gesagt und kann es jetzt nur noch einmal wiederholen: Das sollte so nicht sein!“, macht Michel Favre deutlich.
In der Geschäftsführung sei man sich daher schnell einig gewesen, dass sich etwas ändern müsse. Und so brachte Michel Favre ein ganzes Maßnahmenpaket mit zur Betriebsversammlung.
Standortkonzept Lippstadt: Richtungsentscheidung für Werk 1 gefallen
Er begann mit dem Thema, das vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besonders am Herzen liegt: der zukünftigen Gestaltung des Standortes Lippstadt, der HELLA Hauptverwaltung. „Unsere Gebäude, unsere Einrichtung, unsere Infrastruktur hier in Lippstadt spiegeln nicht das wider, wofür wir als Unternehmen stehen wollen“, so Favre. Mit einem einfachen Tapetenanstrich sei das jedoch nicht zu ändern. „Denn der Standort Lippstadt wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Gemeinsam wollen wir den Wachstumspfad als FORVIA gehen. Dafür wollen wir Ihnen die bestmöglichen Arbeitsbedingungen bieten“, so Michel Favre weiter. Daher solle ein komplett neuer Standort geschaffen werden, ein Campus Lippstadt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Gelände von Werk 1. „Am Campus Lippstadt wollen wir alle Entwicklungsabteilungen und Verwaltungsfunktionen an einem Ort zusammenbringen: Licht, Elektronik, Lifecycle Solutions und die Corporate Functions. Dafür werden wir neue Gebäude schaffen – mit nachhaltigen und modernen Arbeitsplätzen“, informiert Favre.
Realisiert werde der Neubau auf dem Gelände westlich der Bahnschienen. Für das Werk 1 spreche eine Menge: „Die Lage ist äußerst attraktiv. Stadt, Hochschule, Grüner Winkel, Bahnhof, B55 – alles in direkter Nähe. Außerdem haben wir hier bereits das HELLA Globe und unseren Lichtkanal. HELLA würde damit im Herzen Lippstadts bleiben“, erklärt Favre.
Der Neubau benötige Zeit; Favre nennt einen Zeitraum von ca. 10 Jahren bis zur Fertigstellung. Doch bereits Ende des Jahres sollen die genauen Pläne ausgearbeitet sein. „Sobald wir uns mit der Stadt auf ein Konzept verständigt haben, werden wir gemeinsam mit Architekten die genauen Details ausarbeiten und Ihnen dann natürlich auch vorstellen“, kündigt Favre an.
Werk 2 wird Produktionsstandort
„Wir wollen Werk 2 langfristig als reinen Produktionsstandort definieren“, informiert Favre. „Auch die Werkzeug-Technologie wird in Werk 2 bleiben. Denn klar ist: Wir halten weiter an Werk 2 fest. Das steht außer Frage. Auch Werk 2 ist zentraler Bestandteil unserer Lippstadt-DNA. Sie alle, die dort arbeiten, haben unschätzbares Wissen und große Erfahrung.“ In der Neugestaltung des Campus Lippstadt ergäben sich für das Werk 2 viele Vorteile, betont Favre. So könnten Produktionsflächen und Logistikwege viel besser geplant werden, umständliche interne Kostenverrechnungen würden wegfallen und die Verantwortung und Zuständigkeit von Werk 2 in eine Hand gelegt. „Wir werden daher in die Lichtproduktion im Werk 2 investieren. In die Räumlichkeiten, in die Infrastruktur, in Automatisierung; sogar zeitnah“, kündigt Favre an. Auf Nachfrage signalisierte Favre zudem, dass man aktuell an weiteren Aufträgen für das Werk arbeite.
We CARE-Projekt mit 3,5 Millionen Euro Sofortmaßnahmen
Es sei der Geschäftsführung zudem wichtig, Sofortmaßnahmen einzuleiten, um die Situation schnell zu verbessern. Aufgesetzt wurde daher das We CARE-Projekt. In vielen Gesprächen ging man hierbei der Frage auf den Grund, warum die Mehrheit sagt: HELLA tue nicht genug für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Es liegt in der Natur der Sache, dass es verschiedene Meinungen zur Ursache gibt. Aber es gab in den Antworten auch große Überschneidungen. Diese von vielen genannten Punkte wollen wir jetzt angehen“, so Favre. „Dafür haben wir ein Paket mit ersten Sofortmaßnahmen geschnürt mit einer Gesamtinvestitionssumme von rund 3,5 Millionen Euro.“ Folgende Maßnahmen werden zeitnah umgesetzt:
sowie weitere Maßnahmen in Planung.
Starten werden die Maßnahmen zeitnah; weitere Informationen dazu folgen. „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir mit diesen Sofortmaßnahmen effektiv an verschiedenen Schmerzpunkten ansetzen und Ihnen weitere attraktive Angebote als Arbeitgeber bieten können“, so Favre. „Eines ist für mich aber ganz klar: Das wird es noch nicht gewesen sein. Wir sind dabei, weitere Maßnahmen zu planen. Dabei beschäftigen wir uns auch mit tiefergreifenden Aspekten.“ Dazu zählen etwa die Themen Wertschätzung oder Arbeitsbelastung. In dem Zuge bedankte sich Favre bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz. „Sie leisten viel und unsere aktuelle wirtschaftliche Entwicklung belegt schwarz auf weiß, wie erfolgreich wir zusammen im Team sind.“
Mitarbeiter ins Zentrum des Handelns rücken
„Wir wollen Sie, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von nun an stärker ins Zentrum unseres Handelns rücken. Denn damit legen wir die Basis, um auch in Zukunft weiter erfolgreich sein zu können“, betont Michel Favre am Ende.