FORVIA People
09.10.2023
Digital Co-Innovation lenkt FORVIA Innovation Network
Um Kunden weltweit weiterhin differenzierende, innovative und profitable Lösungen anbieten zu können, möchte sich der Lichtbereich organisatorisch neu aufstellen. Geschäftsführer Yves Andres erklärt die Eckpunkte der geplanten Veränderungen.
Licht-Geschäftsführer Yves Andres erläutert den Kerngedanken der geplanten Organisationsveränderungen: „Wir wollen die regionale Eigenverantwortung basierend auf globaler Expertise stärken“
Donnerstag 05.10.2023
Der Automobilmarkt verändert sich immer schneller. Um auch in den kommenden Jahrzehnten auf Erfolgskurs zu bleiben, möchte die Business Group Lighting nun ihre Organisationsstruktur und Arbeitsweise den geänderten Marktbedingungen anpassen. „Gemeinsam mit unseren deutschen Kunden sind wir in den vergangenen Jahrzehnten in der ganzen Welt stark gewachsen. Doch neben den klassischen Herstellern gewinnen gerade mit dem Wandel hin zu Elektromobilität und automatisiertem Fahren neue Marktteilnehmer auch in anderen Regionen immer mehr an Bedeutung. Wir müssen hier in bestehende und neue Kundenbeziehungen investieren, um die vorhandenen Wachstumspotenziale nutzen zu können", erklärt Licht-Geschäftsführer Yves Andres den Hintergrund der geplanten Organisationsveränderungen. „Um einer breiteren Kundenbasis weltweit für ihre Marken differenzierende, innovative und profitable Lösungen anbieten zu können, müssen wir jetzt die regionale Eigenverantwortung ausbauen und gleichzeitig unsere Entwicklungsaktivitäten stärken". Ganz konkret sind folgende Organisationsveränderungen geplant:
Stärkung der regionalen Eigenverantwortung
Dreh- und Angelpunkt der neuen Organisationsstruktur sind die Regionen. Diese werden in ihrer Eigenverantwortung deutlich gestärkt: Künftig sollen sie an ihren Märkten orientiert selbst entscheiden können, wie sie die globalen Strategien umsetzen: welche Projekte sie mit welchen Kunden und mit welchen Technologien machen. Sie sollen die durchgängige Verantwortung für ihre Projekte erhalten, sprich für den gesamten Prozess von der Serienentwicklung hin zur Auslieferung des Produkts an den Kunden. Und das mit 100-prozentiger unternehmerischer Verantwortung für Gewinne und Verluste sowie Cash-Management.
Schaffung von drei Europaorganisationen
In APAC und NSA hat die Business Group Lighting bereits bestehende Regionalstrukturen. „In Europa fehlt uns eine Organisation, in der die Verantwortung für das Europageschäft zusammenläuft. Hier müssen wir nachziehen und eine solche aufsetzen", erklärt Yves Andres. Da der Lichtbereich in Europa den größten Umsatz macht und auch weiterhin auf ein starkes Europageschäft setzt, werden in Europa nun nicht nur eine, sondern drei Europaorganisationen aufgebaut. So werden die Produktbereiche Car Body Lighting und Interior Lighting in Europa eigenständige regionale Divisionen. Das liegt daran, dass sich die Kernaktivitäten beider Bereiche in Europa konzentrieren und sie sich wesentlich von den Bereichen Scheinwerfer, Heckleuchten und Module unterscheiden. So gibt es beim Kunden teilweise andere Ansprechpartner, es werden andere Technologien verbaut oder andere Fertigungsprozesse angewendet. Scheinwerfer, Heckleuchten und Module sind sich hingegen in diesen Aspekten ähnlicher. Ziel ist es daher, die Zusammenarbeit innerhalb dieser drei Bereiche weiter zu stärken und Ressourcen deutlich gezielter einzusetzen. Aus diesen Gründen werden sie in einer regionalen Organisationseinheit, der Regional Division Europe Mainlight (Hauptlicht), zusammengeführt.
Regionale Verantwortung für Produktion und Serienentwicklung
Um ihren künftigen Aufgaben gerecht werden zu können, erhalten alle Regional Divisions die Verantwortung für die jeweiligen Produktionswerke. „Damit stellen wir sicher, dass unsere Regionen die durchgängige Verantwortung für ihre Projekte erhalten – von der Serienentwicklung hin zur Auslieferung an den Kunden", erläutert Yves Andres. „Im gleichen Zuge werden wir unsere Werke weltweit schrittweise auf eine Produktgruppe ausrichten. So werden wir unsere Werke weiter spezialisieren, um die Standardisierung und Massifizierung weiter voranzutreiben und letztlich die Effizienz und Profitabilität unserer Produktion zu erhöhen."
Herzstück in der Zusammenarbeit mit den Kunden für die jeweiligen regionalen Märkte ist zudem die Serienentwicklung. Um die lokalen und regionalen Anforderungen der Kunden bestmöglich abzudecken, wird in den fünf Regional Divisions jeweils eine regionale Entwicklungsorganisation geschaffen. Das bedeutet: Alle Serienentwicklungsfunktionen wechseln mit ihren Teams disziplinarisch in diese regionalen Entwicklungsorganisationen.
Stärkung der globalen und regionalen Entwicklungsaktivitäten
Um die Technologie- und Innovationsführerschaft weiter ausbauen zu können, soll die neue Organisationsstruktur nicht nur die Regionen, sondern auch die Entwicklungsaktivitäten stärken. Dafür werden alle Tätigkeiten im Bereich Innovation und Forschung, d.h. von der Vorentwicklung bis zum Proof of Concept, in einer neuen globalen Organisationseinheit, der R&D Organisation, gebündelt. Diese Organisation wird der globale Innovationstreiber für die Produkt-, Technologie- und Prozessvorentwicklung im Lichtbereich sein. Gleiches gilt für die Sicherstellung der produktspezifischen Entwicklungsstandards. „In der R&D Organisation werden die Technologien von morgen entwickelt, die im Anschluss von der regionalen Serienentwicklung an die lokalen Kundenbedürfnisse angepasst werden", erklärt Yves Andres den Unterschied zu den regionalen Entwicklungseinheiten.
Im Zuge der Organisationsveränderungen wird nun auch der bereits länger geplante Rollout des LTH-Arbeitsmodus vorangetrieben. „In Lippstadt haben wir im Pilotprojekt sehr gute Erfahrungen mit dem Konzept gemacht. Künftig sollen nun alle Entwicklungsteams weltweit mit denselben, schnellen, schlanken und produktfokussierten Entwicklungsprozessen und einem agilen Modell arbeiten", so Andres.
Globale Steuerungsrolle für Global Product Center
Die genannten Organisationsveränderungen machen eine Neuausrichtung der Global Product Center notwendig, die im zukünftigen Set-up eine entscheidende Rolle einnehmen werden: Sie sind für die qualitative Ausarbeitung der globalen Produkt- und Kundenstrategien sowie die Portfoliosteuerung zuständig und nehmen dadurch eine wichtige Steuerungsfunktion ein. Organisatorisch werden auch hier drei eigenständige Global Product Center geschaffen: Mainlight, Car Body Lighting und Interior Lighting. Der Zusammenschluss von Headlamps, Rear Combination Lamps und Module innerhalb eines Global Product Centers Mainlight soll auch hier die Zusammenarbeit weiter stärken und dafür sorgen, dass Ressourcen deutlich gezielter eingesetzt und verteilt werden können.
Neue Struktur soll zum 01. Januar 2024 in Kraft treten
„Wir organisieren GL neu, um auch in den kommenden Jahrzehnten auf Erfolgskurs zu bleiben, um Entscheidungen künftig an der richtigen Stelle zu treffen und Verantwortlichkeiten klar zu regeln", betont Yves Andres. „Ziel der Neuorganisation ist nicht, Personal abzubauen. Für den ein oder anderen mögen sich jedoch eventuell Verantwortungsbereiche ändern, Berichtslinien und/oder die organisationale Einordnung." Ausgearbeitet wurden die Leitlinien der neuen Organisationsstruktur bislang ausschließlich durch das GL-Board. Nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefragt: Gemeinsam mit verschiedensten Teams möchte die GL-Führungsmannschaft die Organisationsstruktur nun bis Ende dieses Jahres ausdetaillieren. Geplant ist, dass die neue Organisationsstruktur dann am 01. Januar 2024 in Kraft tritt. „Mit den Organisationsveränderungen stellen wir uns als starker Technologiepartner für Kunden weltweit auf. Ich bin davon überzeugt, dass wir damit unsere Technologie- und Innovationsführerschaft nicht nur behaupten, sondern auch ausbauen können", so Yves Andres.