Lichttechnik
04.01.2023
HELLA bringt FlatLight erstmals als Tagfahrlicht in Serie
Mit viel Auslands- und Managementerfahrung im Gepäck übernahm Mary-Anne Krasemann am 1. Oktober 2022 die Leitung des Elektronikeinkaufs. In dieser Funktion wurde sie zugleich Mitglied der Geschäftsleitung Elektronik, als erste Frau in diesem Executive Board.
Hat zum 01. Oktober 2022 die GE-Einkaufsorganisation übernommen: Mary-Anne Krasemann
Mittwoch 11.01.2023
Ob Rumänien oder China – einen Großteil ihres bisherigen privaten und beruflichen Lebens hat Mary Anne Krasemann im Ausland verbracht. Zuletzt verantwortete sie die Elektronikproduktion von HELLA für die Asien/Pazifik Region in Shanghai. Zum 1. Oktober 2022 ist sie in die Hauptverwaltung nach Lippstadt gewechselt, um dort die Leitung des weltweiten Elektronikeinkaufs zu übernehmen. Damit kehrt sie zu ihren beruflichen Wurzeln zurück. Ein Gespräch über Veränderungen, Teamgeist und Berliner Dialekt.
Frau Krasemann, mit welchen fünf Stichworten würden Sie sich selbst beschreiben?
Ich bin ein optimistischer Mensch und an vielen Dingen interessiert. Wenn ich Themen angehe, bin ich aber auch sehr diszipliniert und möchte die Dinge zu Ende bringen. Fairness ist mir zudem sehr wichtig – gerade auch gegenüber den Kolleginnen und Kollegen. Man sagt mir zudem nach, ich sei sehr humorvoll und würde Glückseligkeit ausstrahlen.
Glückseligkeit – diesen Begriff hört man in Deutschland eher selten. Die Beschreibung kommt sicherlich von Ihren Kolleginnen und Kollegen aus China, oder?
In der Tat. Was sie aber damit sagen, ist, dass ich offensichtlich eine gewisse Ruhe ausstrahle und mit einem Lächeln unterwegs bin. Zum Abschied sagten mir meine Kollegen, dass ihnen mein Lachen im Gedächtnis bleiben wird. Es freut mich, dass man nicht nur in einer beruflichen Funktion, sondern auch als Person positiv in Erinnerung bleibt.
Wie würden Sie denn Ihre bisherige Karriere beschreiben?
Als eine Aneinanderreihung toller Möglichkeiten. Ich habe häufig ‚Ja‘ gesagt, wenn mir eine berufliche Veränderung angeboten wurde. Nach meinem Managementstudium in Reutlingen bin ich bei Marquardt Switches als Trainee im Einkauf eingestiegen und so in den Bereich Projektmanagement und nach China gekommen. Über ein Projekt habe ich HELLA kennengelernt. 2013 erhielt ich die Möglichkeit, für HELLA in Rumänien im Product Center Components anzufangen. Nach zwei Jahren bot man mir dann an, in Xiamen, China, das Komponentengeschäft aufzubauen: Ich kannte die Technologien, die Kollegen, Projekte und Kunden. So bin ich 2016 ins Programmanagement Aktuatoren nach Xiamen gewechselt. Nach knapp einem Jahr fragte man mich, ob ich interimsweise den Posten des General Managers für Xiamen übernehmen könnte. Dieser Job hat mir sehr viel Spaß gemacht: das Team ist fantastisch und die Aufgaben waren abwechslungsreich. Daher habe ich mich gefreut, als man mir die Position dauerhaft anbot. So habe ich das für dreieinhalb Jahre gemacht. In diese Zeit fiel der Verkauf der Relais-Sparte.
HELLA veräußerte seinerzeit das bestehende Relaisgeschäft an den chinesischen Relaishersteller Hongfa. Sicherlich keine einfache Zeit.
In der Tat. Das war eine emotionale Herausforderung, denn für mich ging es um meine Kollegen und ihre Familien. In dieser Zeit bot man mir schon die Leitung der Elektronikproduktion von HELLA für die Region Asien/Pazifik an, aber für mich war der Zeitpunkt nicht richtig. Ich wollte bei meinem Team bleiben und den Verkauf des Relais-Geschäfts bis zum Ende begleiten. Die Leitung Regional Operations APAC hat man mir dann im Anschluss noch einmal angeboten, worüber ich mich sehr gefreut habe. Und so leitete ich von 2021 bis vor Kurzem den Bereich aus Shanghai heraus.
Die letzten sechs Jahre waren Sie in China. Eine lange Zeit. Was hat Sie jetzt motiviert, an den Unternehmenssitz nach Lippstadt zu wechseln?
Nach so vielen Jahren im Ausland freue ich mich, zurück in meinem Heimatland und damit näher bei meiner Familie sein zu können. Daher habe ich nicht lange gezögert, als man mir die Leitung des Elektronikeinkaufs anbot. Für mich ist das auch beruflich ein Schritt zurück zu meinen Wurzeln. In dem Bereich habe ich meine Traineezeit verbracht. Berührungspunkte mit dem Einkauf gab es später natürlich auch in meinen anderen Positionen – vom Projektmanagement über kritische Lieferantensituationen hin zu Verhandlungen.
Wie können sich denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zusammenarbeit mit Ihnen vorstellen?
Ich bin sehr offen und schätze direktes Feedback. Mir ist zudem wichtig, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbringen. Die Herausforderungen im Einkaufsbereich sind bekannt; jeder kann die Lösungsansätze mitgestalten. Es braucht aber konkrete Vorschläge, um voranzukommen. Darin zeigt sich, dass mir Teamarbeit wichtig ist. Wir sind ein Team mit sehr unterschiedlichen Themen und Expertisen. Gemeinsam können wir etwas bewegen und genau das ist es, was mir Spaß macht.
Zum Abschluss: Welche Information über Sie findet man nicht in Ihrem Lebenslauf?
Ich bin in Ostberlin geboren, was viele überraschen wird. Ich bin sozusagen eine Berlinerin ohne Dialekt (lacht).