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„Erfolg ist immer eine Teamleistung“

​Anfang Oktober hat Thomas Wilhelm Jauch die Leitung des Product Center Headlamps übernommen. Mit ihm zieht ein ausgewiesener Automotive-Experte in die Geschäftsleitung der Business Group Lighting ein. Ein Gespräch über Komfortzonen, Ja-Sager und spanische Küche.​

Thomas Wilhelm Jauch

Versteht sich als ausgesprochener Team-Player: Thomas Jauch, der neue Leiter des Scheinwerferbereichs ​

Donnerstag 24.11.2022

​​​Wir treffen Thomas Jauch im HELLA Globe in Lippstadt: graue Jeans, Jackett, herzliches Lachen und jede Menge Automotive-Erfahrung. Seit 01. Oktober 2022 ist der studierte Maschinenbauingenieur neuer Leiter des Product Center Headlamps. Im Gespräch verrät er uns mehr über sich, seine Führungsphilosophie und Laufbahn.

Herr Jauch, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen ersten Eindruck zu geben: Mit welchen fünf Stichworten würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich habe sicherlich eine Hands-on-Mentalität, wie man neudeutsch so schön sagt. Mir ist es wichtig, die Themen anzupacken, auch mal etwas zu probieren, anstatt lange zu diskutieren und am Ende Chancen zu verpassen. Mir wird zudem nachgesagt, dass ich durchsetzungsstark bin. Ich bin darüber hinaus immer bemüht, die technischen Details zu verstehen. Was meine internationale Zusammenarbeit betrifft: Ich besuche gerne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort an den Standorten und gehe auch gerne in die Produktion. Das hat mir auch jede Menge Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere mit Asien, eingebracht. Das sind fünf Stichworte, oder (lacht)?

Ja, das passt, danke. Wie würden Sie denn Ihre bisherige Karriere beschreiben?

Starker Automotive-Fokus – obwohl ich privat gar nicht so autoaffin bin, um ehrlich zu sein (lacht) – dabei aber immer wieder bewusst aus der Komfortzone raus und in neue Bereiche rein. Ich habe nach meinem Studium in der Industrieforschung bei Bosch gearbeitet und mich – schon damals, vor 25 Jahren – mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Danach wollte ich in die Entwicklung und war für Algorithmen für Abstandssensoren zuständig. Um näher am Kunden sein zu können, wechselte ich zu Autoliv in die Serienentwicklung für Sensoren. Die Zusammenarbeit mit den Kunden hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich das intensiveren wollte. Ich bin dann zu Motorola-Automotive in den Vertrieb gewechselt – das weiß heute fast keiner mehr, dass Motorola nicht nur Handys, sondern auch Elektronik für Fahrzeuge entwickelt hat. 2006 hat Continental das Unternehmen übernommen. Seitdem bin ich bei Continental in verschiedenen Sensorik-Sparten tätig gewesen.

Knapp 16 Jahre waren Sie also bei Continental. Eine lange Zeit mit vielen Karriereschritten. Was hat Sie jetzt motiviert, zu HELLA zu wechseln?

Ich hatte den Wunsch, noch einmal etwas Neues zu machen und andere Produktbereiche kennenzulernen, die Continental nicht anbietet; ich wollte noch einmal aus meiner Komfortzone raus. Sie sprachen in Ihrer Frage von ‚vielen Karriereschritten‘. So fühlt es sich für mich gar nicht an. Ich bin einfach neugierig und hatte jetzt noch einmal so viel Lust, mich in einen ganz neuen technischen Bereich einzuarbeiten. Lichttechnik ist für mich unfassbar spannend und ich freue mich sehr, dass ich es nun mit Produkten zu tun zu habe, die man auch sehen kann (lacht).

Sie hatten schon skizziert, dass Sie viel Erfahrung im Automobilbereich mitbringen. Hatten Sie denn auch schon Bezüge zu Lichtsystemen?

In der Tat war ich die letzten 25 Jahre vor allem im Elektronikbereich tätig, habe mich mit Steuergeräten und Sensoren aller Art beschäftigt und vielfältige Erfahrungen im Vertrieb erworben. Im Scheinwerfergeschäft bin ich Neuling und auf die Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Aber in meinen 25 Jahren habe ich gelernt: Wenn man sich um Management- und Businessthemen kümmert, dann mögen die Einzelthemen höchst unterschiedlich sein – im Lichtbereich geht es beispielsweise auch viel um Design und Änderungsmanagement mit Kunden. Automotive Business ist aber am Ende des Tages Automotive Business. Und genau das ist meine Hauptexpertise.

Wie können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Zusammenarbeit mit Ihnen vorstellen? Humor bringen Sie ja in jedem Fall mit.

Ich rufe jemanden lieber an, als eine Email zu schreiben. Ich bin auch eher jemand, der direkt auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugeht und die Hierarchieebenen dabei nicht immer berücksichtigt. Mir ist Hierarchie nicht so wichtig. Ich möchte mit den Themenexperten persönlich sprechen. Umgekehrt bin ich bei Problemen auch ansprechbar. Mir ist dabei aber eines wichtig: Ich verstehe mich als Team-Player, als einer von vielen, der eine Meinung hat und viel fragt, um zu verstehen. Wenn ich eines über die Jahre festgestellt habe, dann dass ein Top-Down-Chef eine Mannschaft von Ja-Sagern erhält. Das will ich nicht. Das Wissen kommt aus der Organisation, das kommt nicht von mir. Erfolg ist immer eine Teamleistung und nicht der Beitrag eines Einzelnen. Das ist meine Führungsphilosophie.

Gibt es schon etwas, das Ihnen aufgefallen ist und das Sie gerne so schnell wie möglich angehen möchten?

Wir müssen das Scheinwerfer-Team mehr zusammenbringen – das ist mein Eindruck nach den ersten Tagen. Wir müssen uns darum kümmern, dass das Team wieder eng zusammenwächst, und das meine ich sowohl emotional als auch räumlich. Auf meiner Etage hier in Lippstadt sitzt kaum jemand; alle sind räumlich verstreut. Ich bin davon überzeugt: Wenn wir die Menschen wieder zusammenbringen, dann entsteht hier wieder Leben und ein stärkeres Wir-Gefühl.

Abschließend noch eine etwas privatere Frage: Welche Information über Sie findet man nicht in Ihrem Lebenslauf?

Da gibt es natürlich vieles (lacht). Interessant ist vielleicht, dass meine Frau Spanierin ist und wir sehr häufig in Spanien sind. Das ist ein Grund, warum wir in Frankfurt wohnen. Die Nähe zum Flughafen ist für uns sehr wichtig. Ich liebe auch die spanische Küche und so bin ich zu Hause tatsächlich auch der Koch. Von meiner Schwiegermutter habe ich mittlerweile schon viele Rezepte kopiert (lacht). In meiner Freizeit bin ich gerne mit meiner Frau und meiner achtjährigen Tochter zusammen, ansonsten spiele ich aktiv Tennis und fahre Mountainbike. ​

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