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​​„Der Schutz von Menschenrechten ist kein Selbstläufer“​

​​160 Million Kinder arbeiten weltweit, Zwangsarbeit und mangelnde Schutzausrüstung beim Rohstoffabbau sind keine Seltenheit. Was HELLA unternimmt, um Menschenrechte zu schützen, und welche Rolle jeder Einzelne spielt, ist jetzt Thema eines E-Learnings.

​​Die Verletzung von Menschenrechten beim Rohstoffabbau ist weltweit eine Herausforderung. HELLA setzt auf Quellen, die für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zertifiziert sind

​​Die Verletzung von Menschenrechten beim Rohstoffabbau ist weltweit eine Herausforderung. HELLA setzt auf Quellen, die für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zertifiziert sind

Montag 20.11.2023

Zwangsarbeit und Moderne Sklaverei bestimmen den Alltag von 40 Millionen Menschen weltweit, auch 160 Millionen Kinder müssen arbeiten. Das schätzt die International Labor Organisation. „Der Schutz von Menschenrechten ist kein Selbstläufer. Als globales Unternehmen tragen wir die Verantwortung, die Menschenrechte an unseren eigenen Standorten und in unseren Lieferketten zu schützen. Das fordern im Übrigen auch unsere Kunden ein. Sie verschärfen ihre Anforderungen an uns deutlich“, sagt Michel Favre, CEO bei HELLA. Aber auch die Politik hat das Thema im Blick und schafft neue gesetzliche Vorgaben: in Deutschland beispielsweise mit dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz oder auf EU-Ebene mit der kommenden EU Corporate Sustainability Due Diligence Directive.

Neben den Regierungen kommt internationalen Unternehmen wie HELLA eine Schlüsselrolle beim Schutz der Menschenrechte zu. „Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Folter dürfen bei uns und auch bei unseren Lieferanten nicht vorkommen. Das müssen wir klar einfordern. Ein würdiges Leben mit einer angemessenen Entlohnung für Arbeit, der Schutz vor Diskriminierung und Arbeit mit entsprechender Schutzausrüstung – auch das zählt zu Menschenrechten“, erläutert Angelica Marcu, Human Resources Global Compliance and Diversity.

Fall von Zwangsarbeit: HELLA trägt zur Abhilfe bei

Themen, die auch HELLA und die HELLA Lieferkette direkt berühren: In diesem Jahr hat HELLA einen Fall von Zwangsarbeit, genauer Schuldknechtschaft, in der eigenen Lieferkette für Leiterplatten untersucht, bestätigt und, in enger Zusammenarbeit mit dem betroffenen Lieferanten, erfolgreich Abhilfe geschaffen. Wanderarbeiter bei dem Lieferanten mussten hohe Gebühren für ihre Einstellung bezahlen. Entsprechend mussten sie Kredite aufnehmen und einen großen Anteil ihres Lohns nutzen, um diese Kredite abzuzahlen. Dies brachte die Wanderarbeiter in eine Zwangslage: Eine Kündigung war kaum möglich, da sie ihren Kredit abzahlen mussten. „Wir haben den Missstand offen mit dem Lieferanten diskutiert und verdeutlicht, dass HELLA dieses Verhalten nicht akzeptiert. Gemeinsam und auf Augenhöhe mit dem betroffenen Lieferanten haben wir einen Aktionsplan erarbeitet und umgesetzt. Der Lieferant erstattet rückwirkend die Einstellungsgebühren der Wanderarbeiter. Zudem wurden Richtlinien und Prozesse eingeführt, die bei Neueinstellungen die Zahlung von Einstellungsgebühren unterbinden. Es besteht damit keine Zwangsarbeit mehr“, erklärt Mary-Anne Krasemann, verantwortlich für den Elektronikeinkauf bei HELLA.

HELLA ermittelt Risiken, verfolgt Hinweise zu Verstößen konsequent und schafft im Ernstfall auch Abhilfe, wie der aktuelle Fall in der Lieferkette zeigt. „Fragestellungen rund um das Thema behandelt bei HELLA der Sustainability Council. Er ist ebenfalls zuständig als Menschenrechtsbeauftragter gemäß dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und berät die Geschäftsführung“, sagt Anke Sommermeyer, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei HELLA. „Unser Grundsatz lautet: Befähigung vor Rückzug. Entsprechend streben wir an, gemeinsam mit betroffenen Personen oder Lieferanten die Situation zu verbessern, statt eine Geschäftsbeziehung zu beenden und das Problem zu verlagern.“

Risikoschwerpunkt: Rohstoffgewinnung in der Lieferkette

Ein Risikoschwerpunkt in der Automobilindustrie ist die Rohstoffgewinnung. Hier kommt es weltweit immer wieder zu Verstößen. So fehlt teilweise passende Schutzausrüstung für Minenarbeiter beim Zinn- oder Cobalt-Abbau. Kinderarbeit kommt in Goldminen in Südamerika oder Afrika vor. Ebenso werden beim Rohstoffabbau Chemikalien zum Teil unsachgemäß eingesetzt, die in der Folge Wasser und entsprechend Felder für Nahrungsmittel und Lebensräume für Tiere belasten. Entsprechende Verstöße werden auch immer wieder in der Presse thematisiert – aktuell bei einem deutschen OEM. „Wichtig für uns ist, dass wir Rohstoffe aus zertifizierten Quellen beziehen“, ergänzt Anke Sommermeyer. Eine entsprechende Zertifizierung für die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards zum Beispiel durch die Responsible Minerals Initiative (RMI) ist jedoch noch nicht überall und für jeden Rohstoff verfügbar, daher weitet die gesamte Industrie die Anstrengungen schrittweise aus.

Neues E-Learning zu Menschenrechten

„Auch jeder Mitarbeitende trägt Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte. Jeder Einzelne muss mithelfen und beispielsweise Verstöße gegen Menschrechte, Gesetze oder unseren Verhaltenskodex melden – etwa online über unser Hinweisgeberportal tellUS!. So tragen wir zu mehr Gerechtigkeit weltweit bei“, betont Michel Favre. Mehr Informationen zum Schutz der Menschenrechte, ihrer Relevanz für HELLA und der Verantwortung jedes Einzelnen vermittelt ein neues E-Learning, welches in Kürze HELLA-weit ausgerollt wird.

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