Werkstatt & Service / 04.07.2017
 
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Hella Pagid baut Sortiment an kupferfreien Bremsbelägen weiter aus

  • Kupferfreie Bremsbeläge sind seit Jahren fester Bestandteil des Sortiments
  • Speziell entwickelter Material-Mix sichert gleichbleibend hohe Bremsleistung und Komfort wie bei kupferhaltigen Belägen
  • Bis 2025 will Hella Pagid ausschließlich kupferfreie Bremsbeläge anbieten
07/04/2017
07/04/2017

Essen, 4. Juli 2017. Bis zu 800 Grad Celsius müssen Bremsbeläge aushalten können. Um dies zu gewährleisten, enthalten Bremsbeläge je nach Ausführung Metallanteile von bis zu 65 Prozent. Ein wichtiger Bestandteil ist beispielsweise Kupfer. Das Material verringert den Verschleiß von Belägen, verhindert Geräusche und Vibrationen und trägt zur Stabilität der Reibung bei. Kupfer steht jedoch auch im Verdacht, die Umwelt zu schädigen. Beim Bremsen können sich kleinste Partikel des Materials lösen und dann in die Luft, auf die Straße und so beispielsweise in das Grundwasser gelangen. Hella Pagid bietet deshalb bereits heute ein breites Sortiment an kupferfreien bzw. kupferreduzierten Bremsbelägen an. "Das Thema Umweltschutz hat für unser Unternehmen einen hohen Stellenwert", erläutert Thomas Weyler, Produktmanager für Bremsbeläge bei Hella Pagid. Im Februar 2017 hat der TÜV Rheinland Hella Pagid erstmals mit dem Umweltzertifikat ISO 14001 sowie dem Energiemanagementzertifikat ISO 50001 ausgezeichnet.

Bereits vor vielen Jahren hat TMD Friction, Mitgesellschafter von Hella Pagid und einer der größten Bremsbelagproduzenten weltweit, begonnen, neue Materialmischungen ohne Kupfer für Bremsbeläge in der Erstausrüstung zu erforschen. "Das Reibmaterial eines Bremsbelags besteht aus mehr als 25 verschiedenen Materialien. Daher war es ein komplexer Entwicklungsprozess. Zumal es keinen Einzelwerkstoff gibt, der Kupfer und seine besonderen Eigenschaften adäquat ersetzen kann", sagt Thomas Weyler.
Den konzerneigenen Ingenieuren und Technikern gelang es schließlich, aus verschiedenen Metallsulfiden, Mineralien, Abrasivstoffen, Fasern, Keramikpartikeln und Graphitarten ein Reibmaterial zu entwickeln, das den kupferfreien Bremsbelägen die gleichen exzellenten Verschleiß- und Reibungseigenschaften sichert wie kupferhaltigen Belägen. Die kupferfreien bzw. kupferreduzierten Bremsbeläge sind mit einem Blatt-Symbol auf dem Produktetikett entsprechend ihres Kupfergehaltes gekennzeichnet. Das Sortiment baut Hella Pagid kontinuierlich aus und vertreibt dieses darüber hinaus weltweit.

Bremsbeläge ohne Kupfer werden immer stärker auch durch die Gesetzgebung gefordert. Hersteller von Reibmaterialien, die in bestimmten US-Staaten vertrieben werden, sind beispielsweise seit 2010 durch das sogenannte "Better Brake Rules"-Gesetz aufgefordert, ihre Produkte registrieren zu lassen und mit einem entsprechenden Blatt-Symbol zu kennzeichnen. Ab 2021 darf der Kupferanteil von Bremsbelägen die 5 Prozentmarke nicht überschreiten. Bis 2025 müssen Bremsbeläge, die in den USA vertrieben werden, vollständig kupferfrei sein. Dieses Ziel will Hella Pagid übertreffen und sein weltweites Sortiment schon vorher komplett auf kupferfreie Bremsbeläge umstellen.

 
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